Last updated: July 24, 2008 09:33 AM
Willkommen auf de.antifa.net, dem Newsportal deutschsprachiger Antifa Gruppen.
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July 23, 2008

Antifa Heinsberg

Für alle Demoteilnehmer_innen, die am 12.7.08 in Bonn Duisdorf Opfer des Polizeikessels wurden

Nach Rücksprache mit Anwälten empfehlen wir Euch die Möglichkeit einer Klage gegen den verantwortlichen Polizeieinsatzleiter offen zu halten. Dafür ist es notwendig, dass Ihr bei der Polizei erfragt, wer verantwortlich war. Außerdem kann es nicht schaden, gegen die polizeilichen Maßnahmen Widerspruch ein zu legen und die Löschung der erzwungenen Daten (inkl. Foto) zu verlangen.
Hintergrund: Ende vergangenen Jahres wurde mit dem so genannten Bürokratieabbaugesetz das Widerspruchsverfahren ? bei einer Reihe von Ausnahmen ? abgeschafft. Stattdessen ist sofort Klagerhebung vorgesehen. Dennoch kann es nicht schaden, wenn die Betroffenen zunächst ihrem Protest durch folgendes Schreiben Ausdruck verleihen. Es macht der Polizei Arbeit und der zusätzliche Antrag auf Datenlöschung ist in jedem Fall sinnvoll.
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by Antifa HS at July 23, 2008 09:26 PM

Antifa Infoportal Köln

Für alle Demoteilnehmer_innen, die am 12.7.08 in Bonn Duisdorf Opfer des Polizeikessels wurden.

Nach Rücksprache mit Anwälten empfehlen wir Euch, Euch die Möglichkeit einer Klage gegen den verantwortlichen Polizeieinsatzleiter offen zu halten. Dafür ist es notwendig, dass Ihr bei der Polizei erfragt, wer verantwortlich war. Außerdem kann es nicht schaden, gegen die polizeilichen Maßnahmen Widerspruch ein zu legen und die Löschung der erzwungenen Daten (inkl. Foto) zu verlangen.
Hintergrund: Ende vergangenen Jahres wurde mit dem so genannten Bürokratieabbaugesetz das Widerspruchsverfahren ? bei einer Reihe von Ausnahmen ? abgeschafft. Stattdessen ist sofort Klagerhebung vorgesehen. Dennoch kann es nicht schaden, wenn die Betroffenen zunächst ihrem Protest durch folgendes Schreiben Ausdruck verleihen. Es macht der Polizei Arbeit und der zusätzliche Antrag auf Datenlöschung ist in jedem Fall sinnvoll.

Zu beachten ist jetzt die 1-Monatsfrist (also der 12.8.2008 als Fristende!), da allerdings keine Rechtsbehelfsbelehrung ergangen sein dürfte, bliebe bis zu einem Jahr die Möglichkeit der Klage. Wir empfehlen jedoch eine zeitnahe Klage innerhalb von einem Monat.

Wer klagen möchte, soll sich bitte bei uns melden. Wir vermitteln auch gerne erfahrenen Rechtsbeistand für eine solche Klage. Für alle Anderen ist folgendes Schreiben aber auch ohne Klagerhebung sinnvoll!


Download Widerspruch

by Administrator at July 23, 2008 03:38 PM

July 21, 2008

Antifa Brick to Brick

8.Mai

Der Tag der Befreiung jährt sich dieses Jahr zum 63. mal. Am 8.Mai 1945 erreichte die Rote Armee die damalige "Reichshauptstadt" Berlin, und versetzte den Deutschen damit den entscheidenden Stoß in Richtung Niederlage. Das Ergebnis war die vollständige und bedingungslose Kapitulation Deutschlands, und somit der Sieg der Alliierten über den deutschen Faschismus.

July 21, 2008 04:12 PM

Gründung...

Gründung der antifaschistischen Gruppe Brick to Brick in Marl (Westfalen) Hiermit möchten wir die Gründung der antifaschistischen Gruppe Brick to Brick (B³) bekannt geben und dabei den Hintergrund und die Notwendigkeit dieses Vorhabens verdeutlichen.

July 21, 2008 04:12 PM

Antifa Essen

Naziaufmarsch in Dortmund & Antifacafé im August

Für den 6. September mobilisieren Neonazis zu einem europaweiten Naziaufmarsch in Dortmund.
Aus diesem Anlass werden wir am 1. August im Rahmen unseres Antifacafés über die Dortmunder Neonaziszene, die Aufmärsche der letzten Jahre sowie die teils sehr erfolgreichen Gegenaktivitäten berichten. Außerdem wollen wir über geplante Antifa-Aktionen zum 06.09. informieren.

Infos zum Naziaufmarsch gibt’s demnächst auch unter
antifaunion.blogsport.de

by Administrator at July 21, 2008 01:54 PM

July 18, 2008

Antifa Infoportal Köln

Interview zu ?Feel the Difference!?

Ein Interview mit zwei AktivistInnen des Antifa AK Kölns, die vom 5.-7. September 2008 in Köln die Antifa-Konferenz “Feel the Difference!” mitorganisieren findet ihr hier….

by Administrator at July 18, 2008 08:46 PM

Antifa Heinsberg

Nazi-Großkampftag in Krefeld am kommenden Samstag

Für Samstag, den 19.07.08 wurden 4 NPD - Infostände und eine “Großkundgebung” genehmigt!

Offizielle Gegenkundgebung des Bündnisses
“Krefelder für Toleranz und Demokratie”:
11:00 Uhr Südwall/Neusserstr.
(Demo wahrscheinlich inklusive)

NPD-Infostände von 09:00 bis 13:00 Uhr
auf der Hochstr.
1. Infostand: vor C&A (Hochstr. Ecke St.Antonstr.)
2. Infostand: Hochstr. Ecke Rheinstr.
3. Infostand: Hochstr. Ecke Dreikönigenstr.
4. Infostand: Hochstr. Ecke Stephanstr.

NPD-”Großkundgebung” auf dem Theatherplatz von 14:00 - 17:00 Uhr

Wir bitten um antifaschistische Präzens in der ganzen
Innenstadt (und bitte bunt).

EA: 02151/8223660

Infotel: 02151/8223661

Beide Nummern sind aktiv am 19.07. ab 09:00 Uhr.
Infos vorher: www.krefeld-ohne-nazis.de

by Antifa HS at July 18, 2008 01:07 PM

July 17, 2008

Emanzipatorische Lüdenscheider AntifaschistInnen

Sommer

Auch die aktivste Gruppe braucht mal eine Pause, die [ELA] macht Sommerferien! In den nächsten Tagen wird es hier also keine Neuigkeiten geben und auch Mails werden wir nur sporadisch beantworten. Live gibts uns das nächste Mal beim Antifacamp in Mülheim zu sehen, bis dahin entspannte Tage. [ELA]

by Administrator at July 17, 2008 08:20 PM

Antifa KOK (Düsseldorf & Neuss)

RassistInnenkongress in Köln verhindern!

Vom 19. bis zum 21. September 2008 wollen RassistInnen und NeofaschistInnen aus ganz Europa in Köln einen so genannten „Anti-Islamisierungs-Kongress“ durchführen. Auf Einladung der selbsternannten „Bürgerbewegung pro Köln“ wollen bis zu 1000 Rechte verschiedenster Couleur (vom klassischen Neonazi bis hin zu Rechtskonservativen) unter dem Deckmantel einer vermeintlichen Islamkritik ihre Propaganda gegen Menschen anderer Herkunft und Religion verbreiten.Aus der ganzen Region wird dagegen mobil gemacht. Mit breit getragenen Massenblockaden will das Bündnis den Kongress verhindern. Des weiteren wird es im Vorfeld zwei Kongresse von linker Seite zum Thema geben, und in Düsseldorf unddem Umland diverse Veranstaltungen und Aktionstrainings geben.Infos Aufruf, Termine mehr des Bündnisses: www.hingesetzt.mobi (http://www.hingesetzt.mobi/cms/)(Gegen-)Kongresse Der Tag gegen Rechts (http://www.sgr-kongress.de/cms/) - Ein Kongress von SchülerInnen gegen Rechts in Köln am 6. September 2008Antifa-Konferenz: Feel the Difference! (http://www.no-racism.mobi) - 5.-7. September 2008 Mehr Infos bald hier...

July 17, 2008 04:57 PM

July 15, 2008

Antifa Infoportal Köln

[Lesung] ?Wir leben trotzdem?

41948, diese fünf Zahlen wurden der damals 18jährigen Jüdin in den Arm geritzt. Von da an war sie nicht mehr eine junge Frau namens Esther Loewy, sondern nur noch eine Nummer. 41948, diese Zahlen haben sich damals genauso unauslöschlich in ihre Haut gebrannt, wie die Erinnerung an die Hölle von Auschwitz in ihr Gedächtnis.

Als 15jährige wurde Esther Bejarano, geborene Loewy, von ihren Eltern getrennt, als 16jährige von den Nazis zur Zwangsarbeit gezwungen und als 18 jährige nach Auschwitz deportiert. Dort spielte sie Akkordeon im Mädchenorchester von Auschwitz. Sie überlebte die Hölle von Auschwitz, das Frauen-KZ Ravensbrück, Zwangsarbeit bei Siemens und den Todesmarsch von Ravensbrück. 1945 wanderte sie nach Palästina aus. “Zwanzig Jahre war ich nun, vor mir lag ein neues Leben”, sagt sie rückblickend. Dieses neue Leben nutzte sie für eine Gesangsausbildung und gründete eine Familie. Seit 1960 lebt sie in Hamburg, tritt in Schulen als Zeitzeugin auf und ist als Künstlerin als Botschafterin in Sachen Toleranz und Völkerverständigung unterwegs. Trotz ihres hohen Alters tritt sie unermüdlich gegen Nazis und Krieg auf.

Die Hamburger Journalistin Birgit Gärtner hat gemeinsam mit Frau Bejarano deren Lebensgeschichte aufgeschrieben. Am 19.07.2008 lesen die beiden aus dem reichhaltigen Erfahrungsschatz des nunmehr fast 84jährigen Leben der Esther Bejarano.

Datum 19.07.2008
Einlass: 19:30 | Beginn: 20:15
Ort: DGB Haus, Hans Böckler Platz 1, 50672 Köln

by Administrator at July 15, 2008 11:05 PM

Der Rechte Rand No. 113

Neben einer Rezension der Broschüre “Neonazis in neuem Gewand?” findet sich in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Der Rechte Rand ein weiterer Hintergrundartikel zum “Anti-Islam-Kongress”. Lesen könnt ihr den Artikel auch online, clickt hierfür einfach das folgende Banner an….

by Administrator at July 15, 2008 11:00 PM

July 14, 2008

Antifa Infoportal Köln

[Bonn] Polizei rollt Nazis den roten Teppich aus?

Zirka 3.000 Menschen demonstrierten am vergangenen Samstag gegen einen Neonaziaufmarsch in Bonn-Duisdorf. Durch massive Polizeiwillkür und unzählige Rechtsbrüche der Staatsmacht wurde eine erfolgreiche Blockade der Nazidemo jedoch verhindert. Auf der Medienplattform Indymedia [1, 2] findet ihr mehrere Berichte zu den Vorkommnissen rund um die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BpjM).

Hier nochmal der Link zur Moblisierungsseite der Antifa Bonn/Rhein-Sieg.

by Administrator at July 14, 2008 11:44 PM

Antifa Heinsberg

Fight Fascism 8 am 30.8 in Stolberg


mehr Infos unter www.klarmann.blogsport.de und www.projekt.antifa.net

by Antifa HS at July 14, 2008 09:14 AM

July 13, 2008

Antifa Heinsberg

Anti-Islam-Kongress in Köln blockieren!

Fight the game! Rassismus, Islamismus, Nationalismus und Kapitalismus bekämpfen!

Face the players! Europäische Patrioten verjagen!

Für das Wochenende vom 19. bis 21. September 2008 lädt die extrem rechte Bürgerbewegung pro Köln die europäische Rechte zu einem »Anti-Islam-Kongress« nach Köln ein. Die angekündigten TeilnehmerInnen des Kongresses gleichen einem Line-up des Grauens: So sollen angeblich mehrere »Patriotische Gäste« aus der BRD, wie Harald Neubauer (Herausgeber von Nation & Europa) oder der Bundestagsabgeordnete Henryk Nitzsche (ehem. CDU) sowie aus den europäischen Ländern: die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ), der belgische Vlaams Belang, der Front National (FN) aus Frankreich, Alsace d?abord (Das Elsass zuerst), Die Freiheitlichen aus Südtirol, die British National Party (BNP) aus England, die Lega Nord aus Italien sowie extreme Rechte aus dem ehemaligen Jugoslawien, Ungarn usw. ihr Stell-dich-ein geben.

Die extreme Rechte jubelt bereits im Vorfeld, dass »Deutschland eine solche Veranstaltung von rechts noch nie gesehen habe!«. Und ganz Unrecht haben sie nicht: Die Dimension ist nicht nur eineneue durch die erwartete Teilnahme extremer Rechter aus ganz Europa, sondern auch die Thematik »Anti-Islam« scheint den Kern des Zeitgeistes zu treffen. Die Ressentiments gegen MuslimInnen nehmen in den letzten Jahren in Europa immer weiter zu. Laut Heitmeyer-Studie aus dem Jahre 2006 würden zweiundzwanzig Prozent der Befragten am liebsten gar keine MuslimInnen in Deutschland haben und dreiunddreißig Prozent fühlen sich durch die vielen MuslimInnen manchmal wie Fremde im eigenen Land. So wundert es kaum, dass die extreme Rechte das Thema für sich entdeckt hat und nun um im Namen einer vermeintlichen Islamkritik ihre rassistischen Plattitüden von sich gibt. Ganz neu ist die Begeisterung der Rechten für das Thema »Anti-Islam« jedoch nicht: Bereits 1983 feierte z.B. Jean-Marie Le Pen (FN) seinen politischen Durchbruch und seine ersten Wahlerfolge mit Bedrohungsvorstellungen, die sich um den Islam drehten.

Inzwischen ist vor allem Anti-Moscheebau zu einem Thema der extrem Rechten in Europa geworden. Moscheen werden als »Unterschlupf für Islamisten« bezeichnet, die über kurz oderlang die Herrschaft übernehmen wollen würden und die eigene »christlich-abendländische Kultur« sei durch »muslimische
Überfremdung« bedroht. Auch in anderen europäischen Ländern werben extrem rechte und (post)-faschistische Parteien usw. mit anti-islamischen Parolen. So fordert die FPÖ ein Verbot für Minarette und ihr Vorsitzender Strache spricht davon, dass der Kampf der Kulturen bereits begonnen habe und der Islamismus der Faschismus des 21. Jahrhunderts sei.

»Anti-Islam« als Thema hat Hochkonjunktur; den rechten Gruppierungen geht es aber nicht darum, sich kritisch mit dem Islam auseinanderzusetzen, sondern auf diesem Wege rassistische und nationalistische Inhalte zu transportieren und die Bevölkerung an sich zu binden. Fatal ist allerdings, dass bei einem Teil der Bevölkerung Europas diese »Anti-Islam-Kampagnen« auf Zustimmung stoßen. Diesen zunehmenden gesellschaftlichen Ressentiments gegenüber dem muslimischen Bevölkerungsanteil sowie der Ausweitung rechtspopulistischer Elemente im politischen Geschäft Europas scheinen weder das kaum noch wahrzunehmende links-liberale Bürgertum noch die antifaschistische Bewegung etwas entgegen setzen zu können. Diverse Gegenmobilisierungen zu Aktionen der extremen Rechten, welche sich gegen den »Islam« richten, verliefen eher zurückhaltend oder gar nicht. Die Ursache liegt weniger an den spezifischen Akteuren der extremen Rechten, als an der politischen Bewertung der »Anti-Islam-Kampagnen«. Die Kritik am Islamismus sowie die Kritik an Antisemitismus und Patriarchat im Kontext des Islams scheinen mit einer antirassistischen Positionsbestimmung unvereinbar zu sein. Vor allem dann, wenn eine Kritik zum Phänomen rassistischer Hetze, codiert in einer vermeintlichen Islamkritik, Stellung beziehen soll.

No racism!

Jeder Rassismus basiert auf der Konstruktion grundlegender Wesensunterscheidungen angeblicher Kollektividentitäten im Schema eines »Anderen« und eines »Selbst«. Diese Identitäten entstehen aus Macht- bzw. Nicht-Machtpositionen innerhalb gesellschaftliche Widersprüche, wie dem Lohnarbeitsverhältnis, Patriarchat oder der möglichen oder unmöglichen Wahrnehmung »sozialer Rechte« (Bildung, Gesundheit usw.).

Die verschiedenen Rassismen sind durch ihre historische Entstehung, ihre ideologische Herleitung, sowie in ihren gesellschaftlichen Funktionen unterschiedlich. Der moderne Antisemitismus ist mit dem postkolonialen Rassismus nicht identisch, auch wenn beide ihren grundlegenden Ursprung in der Durchdringung der gesellschaftlichen Sphären durch das kapitalistische Wertprinzip haben. Die als ?Andere? Konstruierten erscheinen als die willenlosen Objekte des Marktes, als Verkörperung des Gebrauchswerts, als gezähmte und doch unzähmbare Natur, während die »Juden« als mächtige Repräsentanten des Marktes, als Verkörperung des Tauschwertes, erscheinen. Die dominierenden Ausdrucksformen des Rassismus haben in den letzten Jahren in Europa eine »Modernisierung« erfahren. Anfang der Neunzigerjahre war noch der »klassische« biologistische und völkische Rassismus selbst in der so genannten Mitte der Gesellschaft vorhanden. Im Rahmen der Transnationalisierung der Kapital-Akkumulation (»Globalisierung«) nahmen Wohlstandschauvinismus sowie Standortnationalismus zu. Dass »Ausländer die Arbeitsplätze wegnehmen und unsere Sozialsysteme unterwandern«, wusste spätestens im Rahmen der Debatte um die Abschaffung des Asylgesetzes 1993 auch der letzte Genosse innerhalb der SPD. Die Kulturalisierung des Selbst und der Anderen wurde fast hegemonial.

Soziale Konflikte werden als »Kampf der Kulturen« gedeutet. Im Namen einer »multikulturellen Gesellschaft« wird eine staatliche »Fremdkulturalisierung«, wie im jüngsten Beispiel Schäubles Islamkonferenz zu sehen, vorangetrieben. Gleichzeitig zeichnet sich eine stärker werdende Eigenkulturalisierung in migrantischen Gemeinschaften ab. Innerhalb dieser Gemeinschaften ist der vorherrschende Trend der Identitätspolitiken weit weg von einem emanzipatorischen Anspruch im Sinne einer sozialen und rechtlichen Gleichstellung.

Stattdessen sind vermehrt rückschrittliche Autarkievorstellungen zu beobachten, die einen Rückfall hinter das bürgerliche Recht darstellen. Auch bei der »Islam-Debatte« ist der kulturalistische Rassismus die häufi gste Folie für die Auseinandersetzung mit dem ?Islam?. Die muslimische Bevölkerung wird nicht als durch die gesellschaftlichen Verhältnisse geprägte Subjekte anerkannt, sondern trotz unterschiedlichster Migrationshintergründe, religiöser Zugehörigkeit (Schiit, Sunnit, Alevit, usw.), usw. als »die Moslems« konstruiert. Der Islam erscheint damit als einheitliche Formation, der in all seinen Differenzen und Unvereinbarkeiten ein in sich identisches Wesen trage.

Die Ressentiments gegenüber der muslimischen Bevölkerung bekommen im Vergleich zum völkischen Rassismus der Neunzigerjahre eine neue Dimension insofern der völkische Rassismus sich auf Konstruktionen von Volk und Rasse berief, welche scheinbar immer unvereinbar mit dem Gleichheitspostulat der bürgerlichen Gesellschaft waren. Im Vergleich dazu konstruiert die neue Form des antimuslimischen Vorurteils gerade »das Fremde« als den Gegensatz zur bürgerlichen Gesellschaft. Der »Islam« gilt als das zu »Integrierende«, ja sonst womöglich »Terroristische«, gegen dass das Selbst in Form des »Westens« und seiner »Errungenschaften« in Stellung gebracht wird. So bieten jene Ressentiments selbst liberalen Kreisen Anknüpfungspunkte für eine offensive Forderung nach Ungleichbehandlung und Aberkennung bürgerlicher Rechte bei Muslimen. Die »demokratische Mitte« kann ohne Schwierigkeiten verfassungsmäßige Grundrechte der BRD unter der Losung der Integrationsfähigkeit als Privilegien verteilen und muss sich ihres Zynismus, der sich in dem Abbau und gleichzeitigem Hochhalten dieser Rechte widerspiegelt, nicht vergegenwärtigen. Eine kulturalistische Metamorphose der Gesellschaftsbilder findet statt, in der Individuen samt ihrer Lebenslagen und Probleme zum Schweigen gebracht sind und eine systematische Zuweisung von sozial schlechter gestellten Positionen vollkommen unhinterfragt bleibt. Die verschiedensten sozialen Phänomene werden zu Repräsentanten der homogenisierten Kollektivblöcke (Islam, Westen) verwandelt.

No place to hide for idiots!

Die so genannte Kritik am Islamismus ist meistens überhaupt keine Kritik. Eine radikale Kritik des Islamismus als reaktionäre politische Bewegung muss im marxschen Sinne des Wortes radikal sein, also den Ansatzpunkt in den gesellschaftlichen Verhältnissen und nicht in den Seufzern (Koran-Versen) verorten. Es geht nicht darum, im Namen einer bedrängten Kultur das Ziel, die Emanzipation des Menschen, zu verdrängen, sondern den Weg dorthin klarer zu sehen. Es bedarf noch nicht einmal des dialektischen Materialismus um zur Auffassung zu gelangen, dass Religiöses in den realen weltlichen Vorgängen zu bewerten und zu kritisieren ist.

Die Theorien, denen Islam als Religion und der Islamismus als politisch-soziale Bewegung einerlei sind, die dadurch den historischen und gesellschaftlichen Gehalt des Islamismus einfach liquidieren, ohne ihn wirklich zu kritisieren, werden außer platter Polemik und Bejubelung aus der falschen Ecke (Nazis usw.) wenig erreichen. Von den islamischen Religionen führt kein notwendiger Weg in die Politik. So lehnen viele Gläubige die direkte Allianz mit der Politik, die sie als Institutionalisierung weltlicher Herrschaft und derer Interessen sehen, um der religiösen Reinheit Willen ab.

Der Islamismus ist als politisches Phänomen nur im Kontext eines modernen Nationalismus und in seiner historischen Besonderheit zu erfassen. Erst im Zuge und als reaktionäre Antwort auf die gesellschaftlichen Veränderungen in der Phase des klassischen Imperialismus (Ende 19. / Anfang 20. Jahrhunderts) entwickelte sich der Islamismus. Die transnationale »Umma« wurde die anti-okzidentale Version des »freien Weltenbürgers«. Die Ordnungspolitik des Islamismus im Inneren wie im Äußeren hat seine Entsprechung im verzerrten Spiegelbild des bürgerlichen Staates. Die Popularität gewinnt der Islamismus primär als soziale und nicht als religiöse Bewegung. Er mobilisiert als Sozialbewegung eine gemeinschaftliche Identität, die versucht, jede Individualität auszumerzen. So propagiert der Islamismus eine »organische« Staatsordnung, der an die Stelle von Klassenauseinandersetzungen eine korporativistische Arbeitsdiktatur setzt. Der Koran ist für IslamistInnen sakrosankt, also in keinerlei Hinsicht verhandel oder relativierbar. Er gilt als das unmittelbar von Gott stammende Wort als die absolute Wahrheit und somit als einziger Maßstab jedweden Tuns. Somit stellt sich die Formierung des Islamismus zur politischen Bewegung als das Ende der Politik und ihre negative Aufhebung in einer romantisierten, kulturell homogenen Zwangsgemeinschaft (Umma) dar, weil jedwede Relativierung oder Revidierung von Positionen im politischen Kontext als Abweichung und Desertation vom Wort Gottes gilt.

Ebenso gilt die Scharia ? die Rechtsbestimmung aus dem Vorderen Orient des siebten Jahrhunderts ? und die darin fixierten Geschlechterrollen als das wortwörtlich von Gott bestimmte Gesetz. Die Umsetzung dieser durch die Institutionalisierung der Scharia, welche das Endeder sozialen Ungleichheit verspricht, verdeutlicht dabei jedoch nicht die Verwirklichung der Religion Islam. Das konstruierte »Wesen« wird also nicht zum »Dasein«. Stattdessen zeigt es die Krise des Islams als Religion, der gefangen in feudalistischen Normen und Ordnungsvorstellungen längst vergangener Zeiten keine Antworten auf die sozio-ökonomischen Veränderungen (Kolonialismus, Kapitalisierung zuvor feudalistisch organisierter Lebensräume) zu finden vermag. Die Kritik des Islamismus muss eine Kritik am Rassismus in der Kritik am Islamismus beinhalten.

Also eine Kritik jenseits des kulturalistischen Mainstreams sein und die Waffe auf jene Verhältnisse richten, die diese reaktionäre Bewegung erst ermöglichten.

Rechtpopulismus meets Neoliberalismus

Klassisch rechtspopulistische Parteien sind und waren in den letzten Jahren an der Macht in mehreren europäischen Ländern. Beispiele sind Berlusconis Bündnis Volk der Freiheit (ODL) oder die Regierungsbeteiligung der FPÖ unter Haider in Österreich. Gleichzeitig generieren sich in Europa immer mehr Politiker durch Polarisierung und rechte Rhetorik, die dem Rechtspopulismus entlehnt ist. Die polnischen Kaczy?ski-Brüder aber auch Nicolas Sarkozy bedienten sich Methoden des Rechtspopulismus und bekommen reichlich Zuspruch aus den Bevölkerungen. Die rechtsnationale Schweizer Volkspartei (SVP) ist ebenfalls durch den Populismus von Christoph Blocher zur stärksten Partei avanciert. Rechtspopulismus ist somit längst kein Phänomen das auf (post)-faschistische Parteien oder Bewegungen mehr begrenzbar wäre, vielmehr scheint der Rechtspopulismus, wenn auch noch nicht in der BRD, so doch in Europa ein adäquates Krisenbewältigungs-Konzept für die bürgerliche Ordnung zu bieten. Alle diese verschiedenen Rechtspopulismen in Europa haben ihren Ursprung in den Krisenphänomenen sozialer und ökonomischer Art der letzten Jahrzehnte.

Die Abwendung von Konzepten des Welfare-States, Staatssozialismus oder sozialdemokratischem Korporatismus hin zum so genannten Neoliberalismus, haben die Krisen auf politischer und sozialer Ebene verschärft und zu einem Kontroll- und Legitimationsverlust der politischen Systeme geführt. Eine allgemeine Krise traditioneller Parteistrukturen und Gewerkschaften durch den Bedeutungsverlust des Korporatismus und eine stärker werdende Entsolidarisierung verstärken diese Legitimationskrise. Entgegen ihrem Auftreten, ob inhaltlich oder propagandistisch, sind rechtspopulistische Akteure und Strukturen keine Opposition gegen das herrschende System, sondern stabilisierender Faktor. Wie sehr sich auch Rechtspopulisten anti-elitär präsentieren, ihr Antielitarismus bezieht sich, wenn überhaupt, nur gegen eine »politische Klasse« und nie auf gesamtgesellschaftliche Machtverhältnisse. Gerade die propagandistischen Elemente des Rechtspopulismus wie Nationalismus, Rassismus, Elitarismus und Sozialneid bieten eine verstärkte Bindung an die jeweiligen Nationenkonstrukte. Politische Themen wie Zuwanderungs-Beschränkungen, soziale Ausgrenzung, »innere Sicherheit« oder Anti-Islam und kulturalistischen Rassismus gestatten es, rechtspopulistische Themen im Mainstream zu etablieren. Der Rechtpopulismus ist insofern ein umsichtig modernisierter Rechtsradikalismus in liberaler Erscheinung.

Insbesondere erlaubt der Rückgriff der extrem Rechten in Europa auf politische Theorien der Zwischenkriegszeit und Vorbilder bei der wirtschaftsliberalen amerikanischen Rechten, im Gegensatz zu bisherigen historischen Vorbildern aus dem europäischen Faschismus, den Modernisierungsprozess hin zum Rechtspopulismus und somit zur gesellschaftlichen Relevanz zu vollziehen.

Der Rechtspopulismus bietet die ideologische Verbindung von Wirtschaftsliberalismus und Nationalismus, welche in Zeiten der offensichtlich werdenden sozialen Krise und eines erstarkten Nationalismus sich als zeitgemäßes Gesellschaftsmodell verkaufen lässt. Die Regierungsbeteiligung von Alleanza Nazionale in Italien oder FPÖ in Österreich verdeutlicht, dass (Post)-Faschismus und Rechtpopulismus mit einem neoliberalen Programm verbunden werden können. Dies zeigt, dass es sich beim Rechtspopulismus nicht um eine Gegenbewegung zum neoliberal geordneten Kapitalismus handelt, sondern sich zum Neoliberalismus komplementär verhält. Die volkstümlich inszenierten Proteste der Rechtspopulisten gegen das ?politische Establishment? sind kein Beleg für den Anspruch der Errichtung einer »Volksgemeinschaft« á la NSDAP, sondern der forcierten Transformation spät-bürgerlicher Ordnung hin zu einer autoritären Staatsordnung, die vermehrt durch sozialdarwinistische Ordnungsstrukturen und rassistischen Ausgrenzungsmuster versucht, die soziale Krise zu bewältigen.

In diesem Sinne ist die Kampfansage an die reaktionäre Bewegung des Rechtspopulismus ebenfalls ein Aufruf die Perspektive der sozialen Emanzipation wieder zum Tagesgeschäft zu machen.

Let´s change the climate!

Dort, wo sich Reaktionäre jedweder Art formieren, gilt es, alle Formen des Widerstandes anzuwenden. Ein Leben ohne Rassismus, Nationalismus, Antisemitismus und Patriarchat ist nur jenseits der kapitalistischen Verwertungsmaschinerie möglich. Das Leben innerhalb derselben wird immer durch die sachliche Gewalt der kapitalistischen Logik durchdrungen sein und die kritisierten Strukturen und Bewegungen hervorbringen. Dabei bedarf die Kritik der kapitalistischen Produktionsverhältnisse der vermittelnden politischen Praxis, die die radikale Kritik der bestehenden Verhältnisse in all ihren Ansätzen zum zentralen Punkt macht. Daher muss der Widerstand gegen den »Anti-Islamkongress« im Kontext einer Kriegserklärung an jene Verhältnisse, aus denen heraus jene Bewegungen wie die der extremen Rechten überhaupt erst erwachsen konnte, geführt werden.


Wir rufen dazu auf, nicht nur die Waffe der Kritik vom 5. bis 7. September in Köln beim Antifa-Debatten-Konferenz »Feel the Difference?!« zu schleifen und die Kritik der Waffen am Wochenende 19. bis 21. September nach Köln zu tragen. Am Abend des 19. September wird unter dem Motto:»Fight the Game! ? Rassismus, Nationalismus, Islamismus und Kapitalismus bekämpfen!« die Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen auf die Straße zu tragen.

Am Samstag den 20. September, rufen wir dazu auf, sich an den Großblockaden vor dem Kongresszentrum zu beteiligen und jede Möglichkeit, die sich bietet zu nutzen, in all ihren Aktionsformen.

Wir treten ein für eine Gesellschaft frei von allen Widerlichkeiten wie: Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus, Islamismus und Patriarchat!

Den Aufruf unterstützen: Antifa Mönchengladbach, Antifa Siegen, Antifa Westerwald, Theorie.Organisation.Praxis Berlin (TOP Berlin), Antifaschistische Linke Kitzingen (ALK), Antifa Main-Tauber, AK-Antifa Belzig, Antifaschistische Linke Münster, Alternative Liste Uni Köln, Ökologische Linke Köln, Multikullturelles Zentrum Trier, Kanak Attak, Autonome Antifa Frankfurt, Antifa Heinsberg

mehr Infos unter www.no-racism.mobi

by Antifa HS at July 13, 2008 02:04 PM

July 11, 2008

Antifa Heinsberg

Sommer Sonne Antifa 8

Auch in diesem Jahr findet neben dem Antifacamp im Rheinland auch zum 8. mal das Antifaschistische Jugendcamp vom 06.-10. August statt, diesmal nicht in Oberhausen, sondern im AZ Mülheim.

Antifaschismus heißt für uns nicht nur, gegen Nazis zu sein, sondern auch, die herrschenden Verhältnisse, die aus sich heraus immer wieder faschistische Tendenzen hervorbringen, radikal zu kritisieren. Die Weltrevolution scheint erst mal nicht auf der Tagesordnung zu stehen, obwohl eine befreite Gesellschaft dringend notwendig wäre, um allen Menschen eine menschenwürdige Existenz zu ermöglichen.
Trotzdem ? oder gerade deswegen! ? möchten wir auf dem Camp zusammen mit allen Interessierten über die Kritik von Kapitalismus, Herrschaftsverhältnissen und reaktionären Ideologien diskutieren. Basics zur antifaschistischen Praxis ergänzen das Programm.

Für vegane Vollpension, Schlafplätze und ein kulturelles Rahmenprogramm im AZ ist gesorgt. Ihr braucht euch also nur noch den Termin merken, rechtzeitig Schlafsack und Isomatte einpacken und vorbeikommen.

Antifa-Jugendcamp
6.-10.August 08
AZ Mülheim
Infos unter www.antifacamp.de

by Antifa HS at July 11, 2008 03:12 PM

Antifa Infoportal Köln

Zusammenfassung bei Indymedia

Vor ein paar Tagen ist eine gute Zusammenfassung sowie ein Bericht über den aktuellen Stand zu September online gegangen. Wer den Artikel noch nicht kennt findet Ihn unter: www.germany.indymedia.org

Die bisher feststehenden Termine der Antifa Infotour findet ihr hier und eine Sammlung von Presseberichten rund um den rechten “Anti-Islam-Kongreß” und die geplanten Gegenaktivitäten hier.

by Administrator at July 11, 2008 11:38 AM

July 10, 2008

Emanzipatorische Lüdenscheider AntifaschistInnen

Antifacamp 2008

Auch in diesem Jahr findet vom 06.-10. August das Antifaschistische Jugendcamp statt, diesmal nicht in Oberhausen, sondern im AZ Mülheim. Antifaschismus heißt für uns nicht nur, gegen Nazis zu sein, sondern auch, die herrschenden Verhältnisse, die aus sich heraus immer wieder faschistische Tendenzen hervorbringen, radikal zu kritisieren. Die Weltrevolution scheint erst mal nicht auf der [...]

by Administrator at July 10, 2008 12:22 PM

July 07, 2008

Antifa Infoportal Köln

[5. bis 7. September] Antifa Konferenz in Köln

Für das Wochenende vom 19. bis 21. September 2008 lädt die extrem rechte Bürgerbewegung pro Köln die europäische Rechte zu einem »Anti-Islam-Kongress« nach Köln ein. Die angekündigten TeilnehmerInnen des Kongresses gleichen einem Line-up des Grauens: So sollen angeblich mehrere »Patriotische Gäste« aus der BRD, wie Harald Neubauer (Herausgeber von Nation & Europa) oder der Bundestagsabgeordnete Henryk Nitzsche (ehem. CDU) sowie aus den europäischen Ländern: die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ), der belgische Vlaams Belang, der Front National (FN) aus Frankreich, Alsace d?abord (Das Elsass zuerst), Die Freiheitlichen aus Südtirol, die British National Party (BNP) aus England, die Lega Nord aus Italien sowie extreme Rechte aus dem ehemaligen Jugoslawien, Ungarn usw. ihr Stell-dich-ein geben.

Seit geraumer Zeit debattiert die antifaschistische Bewegung über Islam, Islamismus sowie über die gesellschaftliche Relevanz von ?Nazis?. Die Ergebnisse aus der Debatte sind dabei bescheidener als die Papierlänge mancher Beiträge zu vermutet lässt. Immer noch finden sich innerhalb der Linken und dem links-liberalen Bürgertum Sympathie-Bekundungen für radikal islamitische Bewegungen oder deren Relativierung statt. Gleichzeitig ist das Thema »Anti-Islam« bei den rechten und extrem rechten Gruppierungen zu einem nicht mehr weg zu denkenden Ideologiepart geworden, welcher sich scheinbar gut in die zunehmenden gesellschaftlichen Ressentiments gegenüber dem muslimischen Bevölkerungsanteil in Europa eingliedert. Diverse Gegenmobilisierungen zu Aktionen der extremen Rechten, welche sich gegen den »Islam« richteten, verliefen eher zurückhaltend oder gar nicht. Auch hier haben die Debatten innerhalb der Linken bisher wenig verändert. Den Versuch eine antirassitische Positionsbestimmung, die dem Phänomen Islamismus sowie Antisemitismus und patriarchaler Strukturen in migrantischen Communitys Rechnung trägt, erscheint vielen teilweise als zu lästig oder gar als Kontraproduktiv im ?Kampf gegen Rechts?. Dabei sind in Ländern wie Österreich, Niederlande oder Italien längst rechtspopulistische Parteien an der ?Macht? bzw. waren an Regierungen beteiligt, ohne dass die Linke den Wahlerfolgen der Rechten etwas entgegen zu setzten gehabt hätte. Gerade der so genannte antiislamische Populismus, ob in Form von Rechtspopulistischen Parteien oder in Form von gesellschaftlichen Ressentiments, hat Hochkonjunktur und ist längst kein Strohfeuer mehr. Eine radikale Linke bzw. eine antifaschistische Bewegung, die den Anspruch auf Intervention in gesellschaftliche relevante Vorgänge noch nicht aufgegeben hat, sollte versuchen wieder Position zu ergreifen und ihre Ziele und Vorstellung dem kulturalistischen Mainstream entgegensetzten.

what`s going on?

Der Antifa AK Köln lädt zum ersten Wochenende des Septembers 2008 (5. bis 7. September) nach Köln ein, um kritisch solidarisch die unterschiedlichen Positionen zu Rechtspopulismus, Moscheebauten, Islam usw. zu debattieren. Der Kongress richtet sich an alle antifaschistisch Gesinnten und soll den Raum eröffnen jenseits eingeprobter Selbstvergewisserungsrituale identitärer Szenekreise die Fragen anzugehen, die meistens gegeneinander als miteinander debattiert werden.

Am Anfang der Konferenz stehen die Betrachtung und die Debatte um ihre gesellschaftliche Relevanz der verschiedenen rechtspopulistischen Akteure des so genannten ?Anti-Islam-Kogress? im Mittelpunkt. Sind die Wahrerfolge von rechtspopulistischen Parteien nur Länder spezifisch erklärbar, und wie fügt sich der Rechtspopulismus an sich in das ?politische Geschäft? der europäischen Länder ein??. Daran anknüpfend werden die unterschiedlichen Mobilisierungen von Rechts gegen Moscheebauten rückblickend versucht zu analysieren. Welche Erfahrung konnten gemacht werden und wie hat die Linke versucht bei diesen doch recht schwierigen Thema zu intervenieren. Zudem soll der Frage nachgegangen werden, welche Bedeutung die antifaschistische Bewegung dem Phänomen des Rechtspopulismus beimisst und mit welchen Mitteln sie diesem begegnen will.

Der zweite Teil der Konferenz wendet sich dann der theoretischen Fragestellung Rassismus vs. Islamismus-Kritik zu. Mit Vorträgen und Podiumsdiskussionen wollen wir Debatten führen, die unserer Meinung nach gerade aktuell und wichtig sind, scheinbar oft außen vorgelassen werden ? mit denen sich die Linke aber auseinandersetzen sollte, gerade auch, was zukünftige Gegenstrategien und Handlungsoptionen angeht. Dabei werden zu dem Thema die unterschiedlichen Positionen und Begriffsauffassungen innerhalb der Linken dargestellt. Wichtige Fragestellungen sind u.a. ?Wie konstituieren sich die anti-muslimischen Ressentiments ??, ?Wie stellt sich antimuslimischer Rassismus dar??, ?Ist der Begriff Islamophobie gegen eine emanzipatorische Kritik gerichtet?, ?Wie hängen westliches Denken und Islamismus zusammen??.

Der Kongress versucht nicht die verschiedenen Positionen der Linken gegeneinander auszuspielen oder bloße Informationsweitergabe zu leisten. Eher soll er im Hinblick auf die Proteste zum Anti-Islam-Kongress und weiteren zukünftigen rechtspopulistischen Aktivitäten dazu beitragen ein kritischeres Bewusstsein und differenziertere Positionen zum Thema Rechtspopulismus und Islamkritik zu entwickeln.


alle weiteren Infos findet ihr auf der Mobihomepage des Antifa AK Köln >>> www.no-racism.mobi

by Administrator at July 07, 2008 09:28 PM

July 02, 2008

Antifa Infoportal Köln

[Antifa Cafe] ?Köln fährt nach Bonn?

Wann? Montag o7.07.2008 - Beginn 20h
Wo? Café in der LC 36
[ Ludolph-Camphausen-Str. 36, 50672 Köln]

by Administrator at July 02, 2008 11:53 AM

June 30, 2008

Antifaschistische Aktion Neuss

Den Naziaufmarsch in Bonn verhindern!

Die Antifa Bonn/Rhein-Sieg ruft zur Blockade der Nazidemo am 12. Juli 2008 in Bonn-Duisdorf auf. In Bonn hat sich ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Parteien, Institutionen und linksradikalen Gruppen unter dem Motto “Kein Fußbreit den Faschisten” gegen den geplanten Aufmarsch…versuch formiert. Wir sagen ganz klar: Den Nazis entschlossen entgegentreten! In Zeiten technisch hochgerüsteter Polizeieinsätze kann [...]

June 30, 2008 08:02 PM

June 29, 2008

Antifaschistische Aktion Neuss

Gemeinsam gegen staatliche Repression

Nachdem am 13. Oktober 2007 die extreme Rechte in Neuss (NRW) aufmarschiert war, kam es am 26. Juni 2008 zu einem Prozess gegen einen Antifaschisten im Amtsgericht Neuss. Der Vorwurf lautete auf versuchte einfache Körperverletzung. Schon vor Prozessbeginn hatten sich etwa dreißig solidarische Menschen zu einem Soli-Brunch vor dem Amtsgericht eingefunden. Neben veganem Essen [...]

June 29, 2008 10:05 AM

June 27, 2008

Antifaschistische Jugend Duisburg

Kurzfristig angemeldete Nazikundgebung in Hamm!

Es wurde kurzfristig bekanntgegeben das es morgen (Samstag, 28.06.) in Hamm eine Nazikundgebung geben wird. Dort werden u.a. Christian Worch, Axel Reitz und Sascha Krolzig als Redner auftreten. Laut Polizei Pressestelle werden ca. 50 Nazis erwartet.

Hier der Aufruf der Antifa Hamm:

Ruhig war es geworden um die Kameradschaft Hamm. Nach der Inhaftierung des Führungskader Sascha Krolzig brachen die lokalen Strukturen in der rechtsradikalen Szene zusammen. Die ersten Versuche, sich nach der Haftentlassung von Krolzig neu zu formieren, schlugen fehl. Eine endlose Aneinanderreihung von Pleiten begann. Das Ziel eine sichere Webseite zu gestalten misslang. Abgesehen von Aufklebern, als Mittel der Propaganda, schien die Stadt befreit von der Plage rechtsextremistischer Umtriebe. Doch kurz vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft schienen die neuen Bemühungen der Rechtsradikalen erste Früchte zu tragen. Durch gemeinsames Auftreten beim Public-Viewing in der Innenstadt versuchte man Stärke zu übermitteln. Bereits dort machten sie durch rassistische Parolen auf sich aufmerksam. Vor dem Halbfinale der deutschen Nationalmannschaft gegen die Türkei gipfelte die negative Stimmungsmache in wahre Hetze. Von ?Lebensgefahr für deutsche Fußballfans auf den Fanmeilen? war die Rede.

Dazu instrumentalisiert die hiesige Kameradschaft zwei Zwischenfälle, die sich in der Nacht des EM-Halbfinales der deutschen Nationalmannschaft ereignet haben, die Straf- und Gewalttaten die von deutschen Neonazis in vielen deutschen Städten Deutschlands begangen wurden, werden dennoch nicht erwähnt.

Folgender Aufruf ist auf der Internetseite der KS-Hamm zu finden:

?Eilmeldung! Kundgebung am Samstag, 28. Juni, aus aktuellem Anlaß in Hamm (Westf.):

Gegen Inländerfeindlichkeit und türkischen Chauvinismus ?
Für deutschen Nationalstolz ? nicht nur zur Fußball-EM!

Die Feierlichkeiten zum Einzug der deutschen Nationalmannschaft ins Halbfinale der Fußball-EM wurden in Hamm von zwei unerfreulichen Ereignissen überschattet:

Am Abend des 25. Juni kam es zu einem Angriff auf den deutschen Autokorso. Vier Insassen eines Pkws, darunter eine Frau, wurden durch die geöffneten Fenster von mehreren Türken angegriffen und mit Fahnenstöcken geschlagen. Außerdem kam es zu Sachbeschädigungen am Auto. Hier müssen wir es anscheinend wieder als typische bundesrepublikanische Feigheit ansehen, daß niemand die nötige Zivilcourage zeigte und den deutschen Fans zur Hilfe kam.

Einen noch gravierenderen Überfall unserer ?ausländischen Mitbürger? gab es dann in der folgenden Nacht: Ein 49-jähriger Mann wurde auf dem Bahnhofsvorplatz in Hamm von fünf bis sieben ?südländisch aussehenden? Jugendlichen brutal zusammengeschlagen und schwer verletzt. Als die Polizei eintraf, war der Mann nicht mehr ansprechbar. Er wird zurzeit in einem Krankenhaus stationär behandelt. Die Täter konnten in beiden Fällen unerkannt flüchten und wurden bisher nicht gefaßt. Lebensgefahr besteht für den Mann anscheinend nicht, allerdings ist dieser Überfall in seiner Brutalität vergleichbar mit dem Überfall auf einen deutschen Rentner in der Münchener U-Bahn vor einem halben Jahr.

Wir Nationalisten werden deshalb kommenden Samstag gegen Inländerfeindlichkeit und türkischen Chauvinismus demonstrieren. Wir fordern außerdem deutschen Nationalstolz nicht nur zur Fußball-EM!?

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, lasst uns gemeinsam dagegen anstehen, dass rechtsradikale Gruppierungen versuchen, aus der Euphorie um die Europameisterschaft Kapital zu schlagen. Die vielen Spiele im EM-Dorf unserer Stadt haben gezeigt, dass alle hier lebenden Nationen ein friedliches Miteinander führen. Gemeinsam wurde gefeiert und getrauert. Dieses freundliche Zusammenleben aller Kulturen ist jedoch nur möglich, wenn wir uns entschlossen zur Wehr setzen gegen extremistische Gruppierungen, die dieses Zusammeleben mit aller Kraft zerstören wollen. Deshalb lasst uns friedlich ein Zeichen setzen und geschlossen gegen ausländerfeindliche Hetze einstehen.

Die Neonazis treffen sich am Hauptbahnhof Hamm (Vorplatz), gegen 13 Uhr.

Wer Interesse an Gegenaktivitäten hat, kann sich ab 11 Uhr mit Gleichgesinnten im Parteibüro der Linkspartei treffen.
Das Parteibüro befindet sich auf der Oststraße. Diese findet ihr, wenn ich vom Bahnhof aus die komplette Fußgängerzone entlang lauft. Am Ende der FZ kommt ihr direkt auf die Oststraße!

Für einen radikalen Antifaschismus!

by Administrator at June 27, 2008 06:44 PM

Emanzipatorische Lüdenscheider AntifaschistInnen

Polizei Lüdenscheid verhindert Nazi-Provokationen.

Pressemitteilung zu den polizeilichen Maßnahmen gegen Neonazis am Mittwoch, 25.06.2008. Polizei Lüdenscheid verhindert Nazi-Provokationen. Die Polizei in Lüdenscheid verhinderte am vergangenen Mittwoch mögliche Provokationen von Neonazis im Umfeld des Fußballspiels Deutschland-Türkei. Durch die Ingewahrsahnnahme von mehren Personen in einer Lüdenscheider Gaststätte konnten unter Umständen Ausschreitungen wie sie Beispielsweise aus Dresden berichtet wurden unterbunden werden. Laut Informationen der [...]

by Administrator at June 27, 2008 11:42 AM

June 24, 2008

Antifa Infoportal Köln

Internationalen RassistInnenkongress verhindern!

Vom 19. bis zum 21. September 2008 wollen RassistInnen und NeofaschistInnen aus ganz Europa in Köln einen so genannten ?Anti-Islamisierungs-Kongress? durchführen. Auf Einladung der selbsternannten ?Bürgerbewegung pro Köln? wollen bis zu 1000 Rechte verschiedenster Couleur (vom klassischen Neonazi bis hin zu Rechtskonservativen) unter dem Deckmantel einer vermeintlichen Islamkritik ihre Propaganda gegen Menschen anderer Herkunft und Religion verbreiten.

?pro Köln? ist eine extrem rechte Organisation, die seit Jahren in Köln und auch überregional rassistische Politik betreibt. Viele FunktionärInnen und Mitglieder von ?pro Köln? kommen aus neonazistischen Parteien und Gruppierungen wie etwa der NPD, den ?Republikanern? und der ?Deutschen Liga für Volk und Heimat?. In letzter Zeit hetzte ?pro Köln? vorrangig gegen den Bau einer Moschee in Köln-Ehrenfeld und ging mit rassistischer und extrem rechter Propaganda auf Wählerfang.

Für den Kongress im September haben sich unter anderem VertreterInnen extrem rechter Parteien aus Österreich (FPÖ), Belgien (Vlaams Belang), Italien (Lega Nord), den USA (Robert Taft Group), Großbritannien (British National Party), Spanien und Ungarn angesagt. Außerdem soll der international bekannte Vorsitzende der extrem rechten Front National (FN), Jean Marie Le Pen, anläßlich des Kongresses in Deutschland auftreten. Mit ihrem europaweiten Hetzkongress verfolgen die altgedienten NeofaschistInnen von ?pro Köln? zwei Ziele: Erstens soll die die Zusammenarbeit extrem rechter Parteien aus ganz Europa ausgebaut werden. Zweitens will ?pro Köln? mit dieser Großveranstaltung den Wahlkampf für die NRW-Kommunalwahlen 2009 eröffnen.

Wir werden weder ein solches internationales rassistisches Treffen dulden, noch zulassen, dass ?pro Köln/pro NRW? im Kommunalwahlkampf ungestört ihre rassistische Propaganda betreiben kann. Daher rufen wir dazu auf, diesen Kongress zu verhindern!

Dies kann uns nur gelingen, wenn an diesen Tagen möglichst viele Menschen gemeinsam den Veranstaltungsort blockieren und den Rechten den Durchgang versperren. Bei aller Unterschiedlichkeit unserer politischen Ansichten verbindet uns dieses Ziel. Wir werden ihnen dabei unsere Entschlossenheit entgegensetzten und durch unsere Gemeinsamkeiten und Vielfalt unberechenbar sein. Mit dem Mittel des zivilen Ungehorsams werden wir ?pro Köln? und Gefolge in die Schranken weisen.

Beteiligt euch an Massenblockaden rund um den Kongressort! Sie kommen nicht durch!

>>> UnterstützerInnen des Aufrufs
>>> Mobilisierungsseite des Blockadebündnisses

>>> Aufruf des Antifa AK Köln
>>> Mobilisierungsseite des Antifa Ak

by Administrator at June 24, 2008 01:54 PM

June 22, 2008

Antifa Infoportal Köln

[Antifa Cafe] Infobar zum Antifa Camp

by Administrator at June 22, 2008 02:18 AM

SONDERZÜGE IN DEN TOD

DIE DEPORTATION MIT DER DEUTSCHEN REICHSBAHN

Die Initiative ?Die Bahn erinnern ? kritisiert die Wanderausstellung der Deutschen Bahn AG

Vom 23. Juni bis 6. Juli 2008 zeigt die Bahn AG die Ausstellung ?Sonderzüge in den Tod. Deportationen mit der Deutschen Reichsbahn? in Köln . Nicht im Hauptbahnhof, wie es seit Jahren Überlebende und Inititativen aus dem In- und Ausland fordern, sondern im RheinTriadem, der ehemaligen Reichsbahndirektion, wo viele Verantwortliche für die Sonderzüge in den Tod vor und nach 1945 ihren Arbeitsplatz hatten. Die Ausstellung will laut Bahn AG an das unermessliche Leid erinnern, das den Deportierten zugefügt wurde. Sie macht weder auf die Verantwortlichen aufmerksam , noch auf die Geschichte des RheinTriadem als Arbeitsplatz der Schreibtischmörder, noch auf die unermesslichen Werte , die sich die Bahn damals durch die Deportationen aneignete und die heute in das Vermögen der Bahn AG eingeflossen sind.

Alltägliche Institutionen, alltägliche Handlungsweisen, alltägliche Menschen haben die Massenmorde erst möglich gemacht. So ist es uns ein Anliegen, dass die Auseinandersetzung um das Gedenken in alltäglichen Orten wie dem Hauptbahnhof stattfindet. Bei zahlreichen Aktionen im und am HBF haben wir die Erfahrung gemacht, dass dabei unterschiedliche Menschen zusammen kommen und kommunizieren: TouristInnen, Überlebende der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik aus den von den Deutschen überfallenden Ländern darunter viele ZeitzeugInnen, PendlerInnen, Drogensüchtige, Berber und mehr oder weniger Prominente. Diese offene Kommunikation ist in einem geschlossenen Raum wie z.B. im RheinTriadem nicht möglich.
Wir fordern öffentliches Gedenken auf den großen Hauptbahnhöfen statt einer Alibiausstellung im Hinterzimmer : als Ausdruck des Respekts gegenüber den Opfern und Überlebenden, als Teil der Auseinandersetzung um den Bahnhof als öffentlichen Ort und als Stellungnahme gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus!

Wir laden ein zu einer Gedenkfeier am 23.6.2008 um 11.00 Uhr an der Schwelle, Bahnhofsvorplatz, wo wir unsere Kritik öffentlich machen.

Kölner Initiative “Die Bahn erinnern”
[c/o Jugendclub Courage Köln e.V., Steinbergerstr. 40, 50733 Köln, bahnerinnern@arcor.de]

Die Kölner Initiative “Die Bahn erinnern” entstand 2005, anlässlich der Weigerung der Deutschen Bahn AG, der Einbindung der Reichsbahn in die nationalsozialistische Vernichtungspolitik auf den Publikumsbahnhöfen angemessen zu würdigen und zu bedauern.

by Administrator at June 22, 2008 02:13 AM

June 21, 2008

Antifa Mönchengladbach

Antifacamp 2008 - AZ Mülheim

Auch in diesem Jahr findet vom 06.-10. August das Antifaschistische Jugendcamp statt, diesmal nicht in Oberhausen, sondern im AZ Mülheim. Antifaschismus heißt für uns nicht nur, gegen Nazis zu sein, sondern auch, die herrschenden Verhältnisse, die aus sich heraus immer wieder faschistische Tendenzen hervorbringen, radikal zu kritisieren. Die Weltrevolution scheint erst mal nicht auf der Tagesordnung [...]

by Administrator at June 21, 2008 12:30 PM

June 17, 2008

Antifa KOK (Düsseldorf & Neuss)

Den Naziaufmarsch in Bonn verhindern

Die Antifa Bonn/Rhein-Sieg ruft zur Blockade der Nazidemo am 12. Juli in Bonn-Duisdorf auf.In Bonn hat sich ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Parteien, Institutionen und linksradikalen Gruppen unter dem Motto „Kein Fußbreit den Faschisten“ gegen den geplanten Aufmarsch...versuch formiert. Wir sagen ganz klar: den Nazis entschlossen und mit allen Mitteln entgegen treten. Daher unterstützen wir die geplante Blockade des Bündnisses, indem es viel Platz für die unterschiedlichsten Protestformen geben wird. Die Demonstration der Nazis soll von Anfang an Scheitern. Wenn ihr auch eine_n abbekommen wollt: Kommt nach Bonn! Wir haben gelernt zu teilen...Infos unter http://www.bonn-nazifrei.de.vu/ (http://www.bonn-nazifrei.de.vu/)

June 17, 2008 09:39 AM

Antifaschistische Aktion Neuss

Gemeint sind wir alle: Soli-Brunch am 26. Juni 2008 um 12.00 Uhr vor dem Amtsgericht Neuss!

Am Donnerstag, dem 26. Juni 2008, wird es ab 13.30 Uhr vor dem Neusser Amtsgericht zu einem Verfahren gegen einen Antifaschisten kommen. Hintergrund des Prozesses sind Geschehnisse, die sich vergangenen Oktober am Rande der Neonazi-Demo in Neuss abspielten: Der Angeklagte wollte seinem legitimen Protest in Hör- und Sichtweite des braunen Aufmarsches Ausdruck verleihen. Wie hunderte [...]

June 17, 2008 06:00 AM

June 15, 2008

Antifa Heinsberg

Naziaufmarsch in Bonn verhindern!

Die Antifa Bonn/Rhein-Sieg ruft zur Blockade der Nazidemo am 12. Juli in Bonn-Duisdorf auf.

Nazifreie Zone Bonn Innenstadt…
In den 90er Jahren wurden Auseinandersetzungen mit Nazis konsequent für die Antifa entschieden. Das Bonner Stadtbild blieb seitdem weitestgehend frei von offen extrem rechts positionierten Personen und Gruppen. Migrant_innen und Linke können sich hier weitgehend frei bewegen und mussten lange weder mit rechten Pöbeleien noch mit Übergriffen rechnen.
Führende Neonazikader, wie der Bonner Norbert Weidner von der mittlerweile verbotenen FAP, haben sich in intellektuell anmutende Burschenschaften zurückgezogen. Anstatt in gefährlicher Körperverletzung zu enden, wird ihre Gewaltbereitschaft heute in den Schmiss für den Kommilitonen kanalisiert.

Naziaktivitäten in Bonn
Im Herbst 1998 wurde vor dem Hintergrund der Ausstellung ?Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941-1944? letztmals in Bonn eine Demonstration von Rechtsextremen angemeldet. Ein breites Bündnis konnte damals die Nazis stoppen kurz bevor sie den alten jüdischen Friedhof erreichten und wurde dann von der Polizei brutal angegriffen und eingekesselt.
Seitdem ist es ruhig geworden im Bonner Stadtbild. Irgendwann gab es die vom Neonazi Trimborn geführte und von seinesgleichen besuchte Kneipe ?Formel 1? am Berta-von-Suttner-Platz. Doch durch konsequenten Steinschlag stiegen die Versicherungskosten so enorm an, dass das wenig frequentierte Lokal schließen musste. Heute befindet sich dort ein florierender Dönerladen. Eins zu Null für uns.

Der geplante Aufmarsch…versuch
Nun ist nach 10 Jahren erstmals wieder eine Nazidemonstration angemeldet worden. Das ?Aktionsbüro Mittelrhein?, ein Zusammenschluss extrem rechter, militanter Kleingruppierungen, ruft für den 12. Juli 2008 unter dem Motto ?Für Meinungsfreiheit ? gegen staatliche Zensur! Zensurbehörden abschalten!? zur Demo gegen die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in Bonn-Duisdorf auf. Mittlerweile mobilisieren auch die NPD NRW, die selbst ernannten ?Freien Nationalisten Euskirchen?, diverse Nazi-Internetforen und das ?Nationale Infotelefon Rheinland? (N.I.T.) um die bundesweit bekannten Nazikader Sven Skoda und Christian Malcoci.
Organisator des Aufmarsches ist kein Unbekannter. Der aus Bonn-Duisdorf stammende Hans Robert Klug meldete schon die bereits erwähnte Demo gegen die so genannte Wehrmachtsausstellung im Jahr 1998 an. Unseren Einschätzungen zufolge ist am 12. Juli mit einer Teilnehmerzahl bis zu 500 Nazis aus Freien Kameradschaften, Autonomen Nationalisten und Parteigebundenen zu rechnen.

Worum gehts?
Für die Nazis ist Musik ein effektives Instrument, um rechtsoffene Jugendliche an die organisierte Naziszene zu binden. Ein viel zitiertes Beispiel hierfür ist die ?Schulhof CD? der NPD. Außerdem liefern geheim organisierte Konzerte den allwochenendlichen Thrill, das Katz und Maus-Spiel mit der Polizei für sich zu entscheiden. Es gelingt nur gelegentlich, gegen Neonazi-Konzerte erfolgreich vorzugehen. Eigene CD-Label, Internetversände und nicht zuletzt der finanzielle Gewinn von Rechtsrockkonzerten fließen zu fast 100% wieder zurück in die eigene Szene. Damit hängt die finanzielle Unabhängigkeit einer großen Zahl von Nazifunktionären entscheidend vom Geschäft mit der Musik ab. Durch Indizierungen bleibt der Szene der wirtschaftliche Nutzen vorenthalten. So ist das Vorgehen gegen die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ganz pragmatisch mit finanziellen Interessen zu erklären.

Fight back ? stand up!
In Bonn hat sich ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Parteien, Institutionen und linksradikalen Gruppen unter dem Motto ?Kein Fußbreit den Faschisten? gegen den geplanten Aufmarsch…versuch formiert. Wir sagen ganz klar: den Nazis entschlossen und mit allen Mitteln entgegen treten. Daher unterstützen wir die geplante Blockade des Bündnisses, indem es viel Platz für die unterschiedlichsten Protestformen geben wird. Die Demonstration der Nazis soll von Anfang an Scheitern. Wenn ihr auch eine_n abbekommen wollt: Kommt nach Bonn! Wir haben gelernt zu teilen…

08:00 - Demotreff am DGB-Haus Bonn, Endenicherstr. 127
Demostart um 9 Uhr nach Duisdorf , 2. Treffpunkt 10.00 Uhr Duisdorf BF

Mehr Infos HIER

by Antifa HS at June 15, 2008 08:25 PM

June 14, 2008

Antifa Infoportal Köln

Naziaufmarsch in Bonn verhindern!



Aufruf der Antifa Bonn / Rhein-Sieg

Mobilisierungsseite des grossen Bündnisses

Voraussichtliche Demorouten für den 12. Juli 2008

Infoabend: ?Köln fährt nach Bonn? am 07.Juli 2008 in der LC 36

by Administrator at June 14, 2008 11:05 PM

June 12, 2008

Emanzipatorische Lüdenscheider AntifaschistInnen

Deutschland ins Abseits?

Anlässlich der Fussball EM und der vielen damit verbundenen Veranstaltungen, werden wir dieses Flugblatt (PDF-Version) bei Fussball Events verteilen… Berichte folgen… Deutschland ins Abseits treten! Deutschland-Fahnen säumen inzwischen wieder Straßen und Locations, fungieren gar als Bekleidung oder Accessoire. Der identitäre schwarz-rot-goldene Kitsch kann auch über 60 Jahre nach Kriegsende nicht unbefangen wirken. Nationalismus bleibt Triebfeder von Abwertung und [...]

by Administrator at June 12, 2008 06:33 PM

Antifa Essen

Antifacamp 2008

abc

Auch in diesem Jahr findet vom 06.-10. August das Antifaschistische Jugendcamp statt, diesmal nicht in Oberhausen, sondern im AZ Mülheim.

Antifaschismus heißt für uns nicht nur, gegen Nazis zu sein, sondern auch, die herrschenden Verhältnisse, die aus sich heraus immer wieder faschistische Tendenzen hervorbringen, radikal zu kritisieren. Die Weltrevolution scheint erst mal nicht auf der Tagesordnung zu stehen, obwohl eine befreite Gesellschaft dringend notwendig wäre, um allen Menschen eine menschenwürdige Existenz zu ermöglichen.
Trotzdem ? oder gerade deswegen! ? möchten wir auf dem Camp zusammen mit allen Interessierten über die Kritik von Kapitalismus, Herrschaftsverhältnissen und reaktionären Ideologien diskutieren. Basics zur antifaschistischen Praxis ergänzen das Programm.

Für vegane Vollpension, Schlafplätze und ein kulturelles Rahmenprogramm im AZ ist gesorgt. Ihr braucht euch also nur noch den Termin merken, rechtzeitig Schlafsack und Isomatte einpacken und vorbeikommen.

Antifa-Jugendcamp
6.-10.August 08
AZ Mülheim

www.antifacamp.de

by Administrator at June 12, 2008 09:30 AM

June 11, 2008

Antifa Infoportal Köln

Modemagazin für Demos


by Administrator at June 11, 2008 11:09 AM

June 09, 2008

Antifa Heinsberg

Nazischmierereien in Lindern

Wieder einmal haben die Neonazis am Linderner Bahnhof ihr Unwesen getrieben. Ein Lokalreporter berichtet von rechtsradikalen Parolen, die Anfang Juli und am letzten Wochenende an das Bahnhofsgebäude geschmiert worden sind. Dort sollen unter anderem die Schriftzüge ?proud to be nAzi”,”Arisch? und ?Antifas Zerficken? gesprüht und ein älterer “Nazis Raus”-Schriftzug an der Bahnhofsfront um die Zeile ??aus den Knästen. Lindern NeoCrime!? ergänzt worden sein. Zudem haben die Neonazis dort Sticker der “Autnomen Nationalisten” verklebt. In direkter Umgebung gibt es zudem ein Kiosk und ein Restaurant, welches von Migranten betrieben wird und eine Kneipe, in der regelmäßig “Dorfnazis” und Mitglieder der gewaltbereiten und NPD nahestehenden “Kameradschaft Aachener Land” (KAL) verkehren.
In Brachelen ist zudem eine ältere Bushaltestelle mit Naziparolen eingesaut worden. Wir gehen davon aus, dass diese von den gleichen Neonazis gesprüht worden sind.


EDIT: Am Grevenbroicher Bahnhof sind ebenfalls Schmierereien, die wahrscheinlich von der selben Person stammen. (Link)

Bericht von Klarmanns Welt

by Antifa HS at June 09, 2008 05:32 PM

Antifa KOK (Düsseldorf & Neuss)

Zusammenfassung und Einschätzung 25.5.08

Der Koordinierungskreis antifaschistischer Gruppen aus Düsseldorf und dem Umland (ANTIFA-KOK) zieht eine positive Bilanz der Proteste gegen den Naziaufmarsch am 25. Mai 2008 am Reeserplatz in Düsseldorf-Golzheim.

June 09, 2008 08:53 AM

June 08, 2008

Antifa Infoportal Köln

Plotter is Back

Köln hat ab sofort wieder einen Terminkalender, der/die/das Plotter ist zurück und beglückt uns zukünftig wieder mit jeder Menge Veranstaltungshinweisen nicht nur aus Köln. Ob es auch wieder eine Printausgabe geben wird ist bisher nicht bekannt, Gerüchten zu Folge ist aber eine neue Homepage geplant. Wir sind gespannt und glücklich das die mehr als zweijährige “Sommerpause” endlich ein Ende gefunden hat.

by Administrator at June 08, 2008 10:42 PM

June 07, 2008

Antifaschistische Jugend Duisburg

?AN? Erscheinungen in Duisburg

Anfang April präsentierte sich eine neue Gruppe aus dem Spektrum der Autonomen Nationalisten in Duisburg. Ein Link ihrer Website kam per ‘Pöbel’-Comment auf unserem alten Blog. Die schlecht und unprofessionell erstellte Website hatte kaum Inhalt und bestand fast ausschliesslich aus Rechtschreibfehlern. So wurde u.a. die Teilnahme an der Stolberg-Demo bekanntgegeben und einige Termine (’Antikriegstag’, etc.) aufgelistet. Besonders nett war auch die Sektion ‘Duisburg’, welches u.a. einen kleinen Wikipedia-Auszug über die Stadt beinhaltete. Der erste Eintrag der Website war die Gründungsbekanntgabe mit den Worten:

Gründung der Autonomen Nationalen Duisburg-Süd !

Die Autonomen Nationalisten Duisburg-Süd, sind junge Autonome Nationalisten .
Wir haben uns vorgenommen Duisburg, das weitgehend von Mulitkulti wie auch vom Antifaschismus belagert und Terrorisiert wird zu stoppen bzw.
denn Anstieg des Problemes aufzuhalten

Weitere Informationen folgen in Kürze !

7. April 2008

Diese Seite ging nach ein paar Wochen und kaum nennenswerten Änderungen down. Es ist zu vermuten das Strato (der Hoster) den Verstoß gegen die AGBs bemerkt hat und es daraufhin die Sperrung gab.
Die Domain ‘aunadu-sued.de’ ist registriert auf folgenden Namen:

[Holder]
Type: PERSON
Name: Adrian Albrecht
Address: angertalerstrasse 100
Pcode: 47249
City: duisburg
Country: DE
Changed: 2008-04-07T18:34:09+02:00

Es ist davon auszugehen das der Domaininhaber nicht wusste was ein WHOIS Eintrag ist.

Aus Dokumentationszwecken haben wir die Website gespeichert und sie hier zum Betrachten zur Verfügung gestellt. Wir sind NICHT für die Inhalte dieser Website verantwortlich und distanzieren uns AUSDRÜCKLICH davon.

Hier gehts zur Website

by Administrator at June 07, 2008 02:34 PM

Emanzipatorische Aktion Münster

Stop Sexism

sidoSexismus ist in unserer heutigen Gesellschaft immer noch ein weit verbreitetes Phänomen. Dieser Text soll dazu beitragen, dass die Fußballeuropameisterschaft 2008 und ihr Partyotismus nicht auch noch darüber hinwegtäuschen kann. Zwar haben die verschiedenen feministischen Strömugen einen Teil dazu beigetragen, dass Frauen sich einigermaßen selbstbestimmt bewegen können, der Prozess der Emanzipation ist allerdings bei weitem noch nicht abgeschlossen. In den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen stoßen Frauen immer wieder auf unüberbrückbar scheinende Mauern, die diese männerdominierte Gesellschaft für sie bereit hält.
Der kommerziellen Ghetto-Hip Hop besitzt hierin noch einmal eine Sonderstellung. Er bedient sich in verschiedenster Weise sexistische Klischees von Männlichkeit und Weiblichkeit, die er wenn auch nicht selbst erfunden, immer wieder zuspitzt und reproduziert. Die einzelnen Funktionen, die der Sexismus in der Hip Hop-Szene erfüllt, werden im Folgenden exemplarisch an dem Rapper Sido, der sich seiner in besonders ausgeprägter Version bedient, erläutert. Exemplarisch nicht nur für den Sexismus im Hip Hop, sondern für die gesamte patriarchalische Gesellschaft. Dabei geht es nicht darum Hip Hop in all seinen Ausprägungen zu diskreditieren. Ganz im Gegenteil, es gibt durchaus auch guten und sogar anti-sexistischen Hip Hop, der hier allerdings nicht Gegenstand sein soll. Daher die Bitte an alle wirklich guten und feministischen Hip Hop-Künstler, Nachsehen zu üben.

Sexismus als Mittel zur Selbstdarsellung
?Dein Arsch und deine Beine. Wir Männer denken nur ans eine. Komm fick mit mir.?
Das dieser Textausschnitt aus Sidos Lied, ?Das Eine?, nicht anderes als purer Sexismus ist, erklärt sich wohl von selbst. Um das zu erkennen, bedarf es keiner ausführlichen Analyse. Bei dem Sexismus im Hip Hop, und überall sonst auch, handelt es sich um eine erniedrigende Abwertung der Frauen, die hier fast ausschließlich als Objekte ohne jeglichen Eigenwert gesehen werden. Solange nicht Mutter oder Ehefrau des Künstlers, gelten Frauen im Hip Hop als ?Bitches?, ?Huren? oder ?Nutten?, deren einzige Daseinsberechtigung, im ideologischen Sinne, die Befriedigung der männlichen (sexuellen) Bedürfnisse darstellt.
Sucht mensch nun nach den Gründen für diesen Sexismus bzw. den Funktionen, welche dieser im Hip Hop erfüllt, stechen in besonderer Weise drei heraus:
Als erstes ist zu nennen, dass das exzessive Ausleben und Besingen der ?Bitches? vorallem der Inszenierung der eigenen, männlich Identität dient. Dieses geschieht in zweierlei Hinsicht. Zum einen grenzt mann sich so deutlich von Homosexualität ab - Das Wort ?schwul? z.B. hält dauerhaft seinen Platz unter den Top 10 der beliebtesten Schimpfwörter des Hip Hops. Zum anderen wird durch die explizite Abwertung von Frauen, der Rapper, in seinen Augen und denen vieler seiner männlichen Kollegen, automatisch aufgewertet. Er gibt den Ton an, die Frau hat sich unterzuordnen, so die einhellige Meinung. Schafft mann es genau das zu bewerkstelligen, klettert er in der Karriereleiter der ?wahren Kerle? eine Stufe höher.
?Ich bin all das wovor dich deine Eltern immer gewarnt haben. Doch ich hab Geld, hab Frauen, hab Spaß.?
… heißt es zum Beispiel im Refrain des Liedes ?Schlechtes Vorbild?. (…) Das Vorgaukeln falscher Absichten, mit dem sich Sido in dem Song ?Ficken? rühmt, ist dabei nur eines der für legitim gehaltenen Mittel.
Direkt damit in Verbindung seht die zweite Funktion: Wenn nun die Frau der Faktor ist, der neben Drogen und Autos, die Männlichkeit und damit das Prestige des Hip Hoppers symbolisiert, wird sein Ego dadurch angreifbar. Daraus folgt, dass sie die ?Schwachstelle? des musikalischen Gegners darstellt. Klaut man ihm die Frau, die er ?besitzt?, verletzt man im gleichen Zuge seine Männlichkeit. Aus dieser Position heraus ist es folglich beinahe logisch, dass sich auf der Ebene viele ?Battles? der konkurrierenden Hip Hop-Acts abspielen. Mit Texten wie …
?Auch wenn du Muskeln hast und gegen mich bist. Ich hab Sex mit deiner Frau, kuck wie verlegen sie ist.?
… kann die ein oder andere Runde für sich entschieden werden. An die Gefühle der genannten Frauen, wird dabei nicht gedacht. Ziel ist das ?Dissen? (Schlechtmachen) des Gegners, alles andere zählt nicht. Unfassbare Formen nimmt die sexuelle Erniedrigung in dem sogenannten ?Arschficksong? an. Auf groteske Art und Weise wird dort, in der 2. Strophe, die fiktive Vergewaltigung eines Rappers, welcher einer anderen Hip Hop-Crew angehört, beschrieben. Sidos eigenes Fazit:
?Für ihn war’s ‘ne Blamage. Für mich Ficken in Extase.?
Hierbei wird sofort deutlich, dass es bei dem Sexismus in der Szene, wenn überhaupt, nur zweitrangig um die Befriedigung eigener Bedürfnisse geht.
Demnach stellt die dritte Funktion, die Möglichkeit dar, Gewalt- und Größenphantasien verbal auszuleben. In dem oben genannten Lied lassen sich hierfür zahlreiche Beispiele finden, die u.a. mit präzise beschriebenen, körperlichen Verletzungen für die Betroffenen enden. Über die fatalen psychischen Auswirkungen wird dezent geschwiegen. Die glorifizierung sexualisierter Gewalt ist nicht nur Thema dieses eines Liedes. Immer wieder tauchen solche Elemente auf. Die Absicht dahinter besteht unleugbar darin über Machtdemonstration das eigene Selbst zu profilieren. Aufgestauter Frust und Miderwertigkeitsgefühle werden hierdurch in überlkeiterregender Manier kompensiert.

Vom Fremdbild zum Selbstbild: Die (un-)angefochtene Rolle der Frau
Es ist kaum vorstellbar, dass Mädchen und junge Frauen auch noch Geld dafür zu zahlen, sich in dieser Art und Weise abwerten zu lassen. Aber leider ist genau das der Fall ? Und nicht nur das: Diese Mädchen und Frauen bauen ihr Selbstbild, ihre Identität, nach den Frauenbildern auf, die in den Videos ihrer Hip-Hop-Stars vermittelt werden. Sie möchten genauso schön, genauso ?sexy? sein und ebenso aufreizend tanzen können. Relativ harmlos fängt es an, vom Tragen der dauzugehörigen ?typisch weiblichen? Mode - wozu zum Beispiel T-Shirts mit dem Aufdruck ?Bitch? gehören -, dem auflegen des perfekten Make-ups bis hin zum erlernen der passenden Tanzschritte. Soweit so gut. Doch geht es dabei nur bedingt um das persönliche Wohlbefinden. Der Maßstab, an dem der eigene Wert gemessen wird, ist das Gefallen der anderen, das der Männer. Bald wird das, von männlichen Hip Hop-Stars gesetzte Idealbild der Frau zu ihrem eigenen. Und die Messlatte scheint hoch zu sein, denkt mensch an die Frauen aus Videos wie dem zu Sidos ?Mein Block?. Wer das Geld hat, unterwirft sich also schmerzhaften Schönheitsoperationen und wer nicht, greift auf ein anderes, nicht minder schmerzhaftes und gesundheitsgefährdendes Mittel zurück: Hungern. Bulimie oder Magersucht sind die Folge. Zwar sollte mensch die Bedeutung des Hip Hops für dieses Phänomen nicht überschätzen, richtig ist aber auch nicht sie zu negieren. Hip Hop-Videos und ihre Klischees von Weiblichkeit tragen ebenso dazu bei, wie Modezeitschriften oder Pop: Wer als Frau dem krankhaften Idealmaß nicht mehr entspricht ist schlichtweg ?unbrauchbar?. Textpassagen wie diese aus Sidos Lied ?Herz? tragen das ihrige zu dieser Ansicht bei:
?Du lässt es dir nicht anmerken, doch sie wird dir zu üppig. Du findest sie nicht attraktiv wenn ihr Bauch wächst. Deshalb gehst du heute raus, denn du brauchst Sex.?
Es bleibt nicht bei dem Zwang, die Optik des eigenes Körpers den Wünschen anderer zu unterwerfen. Dem Körper der Frau wird die Stellung des Einzigen, das ganz und gar ihr selbst gehört abgesprochen: Er ist zum anschauen, zum anfassen da. Wer sich im Club nicht lachend begrabschen lässt, muss mit wüsten Beschimpfungen, wie ?Schlampe? oder ?Fotze? rechnen. Auch vor Androhung von Gewalt schreckt die geballte Männlichkeit, die sich in ihrem Selbstbild gefährdet sieht, nicht zurück. Oftmals können die betroffenen Frauen nicht einmal auf den Rückhalt ihrer Freundinnen hoffen. Frei nach dem Motto: ?Fühle dich geschmeichelt, wenn ein ?cooler Typ? dich will?. Stars wie Sido fördern die Vorstellung von der Nichtakzeptanz der weiblichen Grenzen beträchtlich. So heißt es z.B. in ?Das Eine? von Sido und Kitty Kat:
?Und erzähl mir nix von Petting, wenn ich’s gleich will. Scheiß auf Streicheln, beiß auf die Eichel.?
Wie recht zu Beginn des Textes schon erläutert, spielen Wünsche und Bedürfnisse der Frau hierbei keine Rolle. Mit einer Ausnahme: Nur wenn es darum geht den Mann als tollen Liebhaber darzustellen, werden Pseudo-Bedürfnisse der Frau erwähnt, die zu guter Letzt dann doch nur Männerphantasien der perfekten Frau widerspiegeln, die sich eben gerne ins Auge onanieren lässt. In diesem Sinne sind auch diese Zeilen aus ?Das Eine? zu verstehen, gerappt von Kitty Kat:
?Nur für dich tu ich dreckige Sachen. Mit mir kannst du dreckiges machen.?
Geht mensch von eben dieser These, dass genau das für Frauen der Weg zu Beachtung und Anerkennung in der Hip-Hop-Szene ist, aus, fragt mensch sich doch, wieso so viele junge Mädchen und Frauen eine solche Rolle für sich annehmen. Warum fangen sie nicht selbst an Platten zu samplen oder zu freestylen? Sicher gibt es auch das. Doch sind weibliche DJs und MCs bekannt, berühmt oder gar Vorbilder? Meist nicht, in der männlich dominierten Hip-Hop-Szene ist kein Platz für kreative und eigenständige Frauen. Frauen sind gern gesehen als Accessoire, als Mittel, um die eigene Männlichkeit, das Image des ?coolen Typen? aufbauen und aufrecht erhalten zu können. Weibliche MCs in der Welt der Sidos, Bushidos und Konsorten, kommen nur dann zum Zug, wenn sie ihrerseits die sexistischen Klischees der willigen ?Bitches? erfüllen, die eben nur darauf warten von Typen ?gefickt? zu werden. Frauen gehören dazu, ebenso wie Drogen, Autos und das Mikrofon.
Die beschriebenen Motive ziehen sich quer durch sämtliche Liedtexte und Musikvideos des selbsternannten Ghettorappers. Sie reproduzieren exzessiv sexistische Klischees von Männlichkeit und Weiblichkeit jedesmal von Neuem, welche sich wiederum in der Lebensrealität unzähliger Teenager, aber auch Erwachsener, festsetzen.

Und was hat das nun bitte schön mit der EM 2008 zu tun????
Entgegen vieler Behauptungen liefert, die heute immer noch patriarchalisch strukturierte Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland den Nährboden für solche klischeebesetzten Rollenbilder. Diese schlagen sich auch im Fußball nieder. Genauso wie im Hip-Hop geht es hier immer auch um die Inszenierung von Männlichkeit. Männer spielen Fußball, Männer sind Fans und Männer haben ihren Spaß.
Und Frauen? Frauen sehen zu, himmeln vielleicht die Spieler an. Sie selbst spielen natürlich nicht und wenn dann allenfalls stümperhaft und viel zu sensibel für den harten Sport. Ist ihr Können jedoch nicht mehr zu leugnen, liegt die Erklärung dafür bereits in einer der vielen vorgefertigten Schubladen bereit: ?Mannsweib? heißt das Schlagwort, denn die Begriffe Fußball und Frauen schienen unvereinbar zu sein. Dabei geht es den Herren offensichtlich nicht um eine Auflösung der bipolaren Geschlechterteilung (das wäre doch zu viel erwartet), sondern viel eher um den Vorwurf einer ?abnormalen Randerscheinung?. Es kommt nicht von ungefähr, dass die Frauenweltmeisterschaft nicht einmal so viele Zuschauer aufzuweisen hat, wie die Bundesliega der Männer. Wohingegen sowohl die Weltmeisterschaft als auch die Europameisterschaft der Männer zum nationalen Happening wird. Auch in der Fankultur sind Frauen wenn überhaupt nur temporär vertreten. Soweit die Vorurteile. Vom Gegenteil überzeugen lassen sich die harten Kerle dabei nicht. Es wäre ja auch vielzu schmerzhaft, sich sein Bier während des Elfmeterschießens selbst zu holen. Das zumindestens könnte eine er Konsequenzen sein, würde man Frauen zugestehen ebenso am Spiel interessiert zu sein. Zum Glück ist dem ja nicht so, oder?
Denkt man an die Weltmeisterschaft 2006, die Videoaufnahmen von knappbekleideten Frauen, die Äußerungen betrunkener Männer, die Meldungen über Zwangsprostitution und sexualisierte Formen von Gewalt, zurück, kristallisiert sich ein Bild von Weiblichkeit heraus, das doch einige Parallelen zu dem Sexismus im Hip-Hop aufweist. Während des Spiels dienen Frauen als schmückendes Beiwerk der aktiven Männer. Sie haben nach dem Spiel bereit zu stehen, entweder für das Feiern des Sieges oder den Frustabbau nach der Niederlage.

Aber wer denkt schon daran, wenn Deutschland gerade gegen Italien spielt?

by admin at June 07, 2008 09:46 AM

Antisemitismus im Stadion

StadionEin ganz normaler Samstag auf einem Bahnsteig im Bahnhof: In ausgelassener Stimmung und alkoholisiert besingen und begrölen Fußballfans den Spielausgang. Um sich selbst als die Größten darzustellen und die gegnerische Mannschaft möglichst schlecht zu machen, bedienen sie sich dabei häufig antisemitischer Sprechchöre, wie “Wir bauen eine U-Bahn von XY nach Auschwitz”.
Ist mensch selbst Fußballfan und schafft es ins Stadion, kann mensch sich schon mal in einer Menge Fans wiederfinden, die schreit: “Euch hat man vergessen zu vergasen”. Wird gar ein Länderspiel zwischen Deutschland und Polen besucht, können auch schonmal “Schindler-Juden wir grüßen euch” und “wir fahren nach Polen um Juden zu versohlen” Sprüche hörbar werden.

“Antisemitische Äußerungen [hat] es nicht gegeben. Judenpack! wird schon gebrüllt” Jürgen Bittdorf, ehemaliger Vizepräsident der Offenbacher Kickers (http://www.tatort-stadion.de)

Viele Fans würden von sich wahrscheinlich nicht behaupten, sie seien antisemitisch. Solche Sprüche “ruft man halt” um den Gegner möglichst hart zu beleidigen. In der Tat müssen auch nicht alle der Rufenden zwangsweise Neonazis sein um z.B. Spieler des St. Pauli ins Vernichtungslager Auschwitz zu wünschen. Sie müssen nicht einmal ein geschlossen rechtes Weltbild haben. Sie können derart Parolen auch relativ unreflektiert rufen, also ohne sich unbedingt bewusst zu machen, was sie denn da rufen.
Trotzdem sind diese Sprüche antisemitisch. Und trotzdem ist ein Mensch, der “euch hat man vergessen zu vergasen” ruft, antisemitisch.

Was ist Antisemitismus?
Antisemitismus zielt darauf ab Juden und Jüdinnen zu klassifizieren, ihnen Andersartigkeit zu unterstellen. Menschen jüdischen Glaubens oder mit jüdischen Vorfahren werden zu einer einheitlichen Gruppe ohne Unterschiede gemacht. Dabei steht das Wort “Jude” oft für das Übel schlechthin. Und damit nicht nur die Bezeichnung, sondern natürlich auch die Menschen. Antisemitismus und antisemitische Sprüche schaffen also eine Gruppe von Menschen, deren einzige Gemeinsamkeit die Religionszugehörigkeit ist, und rücken diese in ein schlechtes Licht. Von diesem Schritt bis hin zu dem Wunsch keine Jüdinnen und Juden “haben” zu wollen, ist es nicht mehr allzu weit.

Antisemitismus nicht nur im Fußball
Es gibt auch heute noch in der Bevölkerung einen stark verbreiteten Antisemitismus. Er äußert sich in Deutschland zwar nicht mehr durch Pogrome oder ähnliche Ausschreitungen. Doch allein der Fakt, dass viele Deutsche “Juden” mit etwas Schlechtem verbinden, sollte doch zum Nachdenken anregen. So meinen laut einer bekannten Studie aus dem Jahr 2006 13,5% aller Befragten: “Die Juden haben einfach etwas Besonderes und Eigentümliches an sich und passen nicht so recht zu uns” (http://library.fes.de/pdf-files/do/04088a.pdf - Seite 34).
Antisemitismus beginnt nicht erst mit den klassischen antisemitischen Wahnbildern, wie sie die Nazis massiv propagierten um ihr Politik der totalen Ausrottung aller Jüdinnen und Juden zu rechtfertigen. Er zeigt sich schon viel früher und weniger konkret - in unklar formuliertem Misstrauen gegen “die Juden”, in dem Wunsch nach Ab- und Ausgrenzung von “uns”, in der pauschalen Verdächtigung des “die sind irgendwie anders”, in dem verschwommenen Gefühl “mit denen stimmt doch was nicht”. Mit einem wagen Gefühl beginnt der Antisemitismus, setzt er Bilder von “den Juden” fest. Das ist der Anknüpfungspunkt für einen umfangreicheren Antisemitismus, der schließlich in antisemitischen Wahnvorstellungen von der jüdischen Weltverschwörung endet.
Noch heute sind 17,9% der deutschen Bevölkerung der Meinung Juden hätten zu viel Einfluss in Deutschland (http://library.fes.de/pdf-files/do/04088a.pdf - Seite 33). Hier klingt schon das abstruse Vorstellungsbild an, Jüdinnen und Juden würden in einer Art gemeinsamen Verschwörung versuchen, die Gesellschaft in ihrem Sinne zu manipulieren und zu beherrschen. Ein kleines Experiment zur Veranschaulichung, was antisemitisches Denken ist: Einfach mal das Wort “Juden” in den beiden Aussagen der Befragung durch das Wort “Katholiken” ersetzen…

Dass “du Jude” überhaupt ein Schimpfwort ist, kommt nicht von ungefähr. Es sind antisemitische Bilder, die nicht nur in Deutschland Tradition haben - aber gerade in Deutschland haben diese Bilder eine besonders mörderische Tradition. Die Fans, die heute Hermann Gerland, dem Trainer von Tennis Borussia, einem Verein mit jüdischen Wurzeln, drohen “Dich stecken wir auch noch in den Ofen” (http://www.tatort-stadion.de), sind die Nachkommen derjenigen, die für den industriellen Massenmord an 6 Millionen Jüdinnen und Juden verantwortlich sind. Es sind die Nachkommen derjenigen, die dafür verantwortlich sind, dass Millionen Menschen in den Vernichtungslagern in Gaskammern umgebracht wurden. Natürlich können die meisten der heute lebenden Fußballfans nichts für die Verbrechen im Zweiten Weltkrieg und es ist falsch sie dafür verantwortlich zu machen. Aber es haben alle Menschen und damit auch Fußballfans die Verantwortung dafür, dass solche Verbrechen nie wieder geschehen und damit auch die Pflicht Antisemitismus bereits im Keim zu ersticken. Indem sie dem Antisemitismus salonfähig machen verletzen sie ihre Verantwortung und sind die Wegbereiter für neue Ausschreitungen und Übergriffe.

Zum weiterlesen:

http://www.tagesschau.de/inland/meldung90474.html
http://www.shoa.de/content/view/46/204/
http://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitismus

by admin at June 07, 2008 09:04 AM

Gute Laune und Deutschland?

MIADie Bestrebung der Deutschen sich endlich wieder als normales Volk, das eine schwierige Vergangenheit hatte, sehen zu dürfen, scheinen nach der Fußball-WM 2006 schlussendlich erfolgreich gewesen zu sein.

Das unverkrampfte Spiel mit der Nation
Einen nicht unerheblichen Teil zu dieser Normalisierung hat sicherlich die national-popkulturelle Gegenreaktion der letzten Jahre beigetragen: War es bis in die 90er Schlagerkombos fast konkurrenzlos vorbehalten zu deuschtümeln und ihre doch so schöne Heimat zu besingen, so versuchte Pop größtenteils die Kategorie Nation zu unterlaufen. Dieses Selbstverständnis änderte sich spätestens mit dem Bekenntnis von MIA zur deutschen Nation mit ihrem Lied ?Was es ist? (Zitat: ?.Fragt man mich jetzt, woher ich komme, tu’ ich mir nicht mehr selber Leid.?). Die hierauf folgende Forderung vieler deutscher Bands nach einer Radioquote für die deutsche Musik ist die Bitte an den deutschen Staat, sie doch bitte vor der ?bösen amerikanischen Schund-Kultur? zu schützen. Die amerikanische Popmusik wird hierbei als ein industriell produzierter Einheitsbrei betrachtet, der die deutsche, ach so innovative und individuelle Musik verdrängen würde.Auch MIA hat ihre Liebe zur deutschen Nation durch Abgrenzung gegen Amerika wieder gefunden, Mieze (die Sängerin von Mia) begründete ihre neue Liebe zur deutschen Nation mit der Ablehnung der Deutschen gegenüber dem Irakkrieg. Dass die Deutschen aber keine Pazifisten geworden sind, zeigt sich unter anderem nicht nur an den nicht vorhandenen Massenprotesten gegen den Kosovo-Krieg, sondern auch an den immer neuen Pogromen gegen alles was als ?nicht-deutsch? verstanden wird (Mügeln). Die Ablehnung der Deutschen gegenüber dem Irakkrieg lässt sich vielmehr durch einen weit verbreiteten Antiamerikanismus erklären. 48 % aller Bundesbürger_innen und sogar 57 % der 18 bis 29-Jährigen glauben, dass von den USA eine größere Bedrohung für den Weltfrieden ausgeht als vom Iran. Im Iran allerdings gibt es z. B. keine Redefreiheit: So müssen Journalist_innen, Webblogger_innen, Menschenrechtsaktivist_innen und Oppositionelle mit Folter rechnen. Der Abfall vom Islam wird dort immer noch mit dem Tod bestraft. Der Präsident des Iran, Mahmud Achmadineschad hat zu dem Existenzrecht Israels die Meinung: ?Jeder, der Israel anerkennt, wird im Zornesfeuer der islamischen Nation verbrennen?. Bei einer halbwegs nüchternen Betrachtung müsste also eingestanden werden, dass der Iran eine größere Bedrohung für den Weltfrieden darstellt, als die USA.
Schützenhilfe erhält MIA allerdings auch von jenen “Volksgenoss_innen”, von deren Unterstützung sie am liebsten nichts wissen würden. So schreibt die Parteizeitung der neonazistischen NPD, die ?Deutsche Stimme?, von einer hysterischen linken Presse, die MIA zu Unrecht kritisieren würde und lobt sie für ihr unverkrampftes Verhältnis zur deutschen Nation, denn MIA öffnet die bis dahin für neu-rechte Ideologie noch verschlossene Tür der Pop-Kultur für Geschichtsverdreher, wie Paul van Dyk und Peter Heppner.

Einen Schritt voraus
im deutsch-nationalen Sinne ist da schon das Duo Paul van Dyk und Peter Heppner mit ihrem Lied ?Wir sind wir?, die ohne jegliche Beachtung des tatsächlichen geschichtlichen Zusammenhangs die toten Wehrmachtssoldaten beweinen, die für die nationalsozialistische Sache gestorben sind: ?Doch bleiben viele Fenster leer, für viele gab es keine Wiederkehr?. Zudem sehen sie den Wiederaufbau des besiegten Deutschlands als Leistung des deutschen Volkes an: ?40 Jahre zogen wir an einem Strang aus Asche ham’ wir Gold gemacht.? Durch diese Textzeile drücken sie aber unfreiwillig den eigentlichen Grund für die Möglichkeit des Wiederaufbaus Deutschland aus. Schließlich wurde das Geld der von den Deutschen ermordeten Juden und Jüdinnen in den Wiederaufbau Deutschlands gesteckt und hat erst so den Wiederaufbau ermöglicht.
Aber auch der Gegner der Deutschen, der bei der Erzeugung einer gemeinschaftlichen nationalen Identität notwendig ist, fehlt bei Heppner und van Dyk nicht. Allerdings wird kein konkretes Feindbild von ihnen ausgegeben, es bleibt vielmehr bei einem nebulösem ?so schnell kriegt man uns nicht klein?, wobei das ?man? hier für den äußeren Feind steht. Zusammen mit ?das kanns doch nicht gewesen sein? und ?aber wollten wir nicht eigentlich viel mehr ?? wirken die beiden Textzeilen allerdings wie eine unausgesprochene Drohung an die Menschen in Europa und den Rest der Welt, die Pläne der Deutschen die zum 2. Weltkrieg geführt haben doch noch umzusetzen: Schließlich wollte Nazi-Deutschland viel mehr und ?das kanns noch nicht gewesen sein? hört sich sehr nach dem Aufruf zu einem zweiten Versuch an, die Welt noch einmal nach deutschem Gutdünken einzurichten.

Partypatriotismus ? ?Schwarz Rot Geil?
Viele Deutsche freuen sich auf einmal, dass sie wieder zueinander gefunden haben und sich gegenseitig jetzt doch gönnen zu dürfen, schwarz-rot-goldene Fähnchen an ihren Autos festzumachen und ?unsere? Jungs anzufeuern. ?Endlich? darf Deutschland wieder eine normale Nation sein. Auf Kritik an dieser Deutschtümelei reagieren die Partypatrioten allergisch und selbst entlarvend. So zum Beispiel Markus Söder, damaliger CSU-Generalsekretär zur Kritik an der deutschen National-Hymne: ?Es ist wieder typisch, dass linke Besserwisser den Deutschen ihre Freude nehmen wollen. Die WM trägt auf sympathische Weise zu einem aufgeklärten Patriotismus bei, den Deutschland gut brauchen kann.? Was an Patriotismus nun aufgeklärt sein soll, weiß Söder wahrscheinlich nur selbst.

Ähnlich sachliche Töne wie Söder schlägt auch der damalige FDP- Fraktionsvorsitzende Martin Lindneran an, ? hirnverbrannten Schwachsinn? nennt er die Kritik der GEW an der deutschen Nationalhymne. Um die GEW in die böse Kommunistenecke zu stellen: ? Meinetwegen kann die GEW bei ihren Sitzungen die Internationale singen?. Schließlich braucht jeder Patriotismus und sei er noch so ?unverkrampft?, einen Gegner an dem er sich abarbeiten kann. Und da sind die Kommunisten doch in guter deutscher Tradition ein perfektes Ziel. Auch wenn sie jetzt schon herbei halluziniert werden müssen. Dass die GEW mit ihrer Kritik an der Nationalhymne so gut wie niemanden erreicht hat, interessiert bei der patriotischen Verteidigung der eigenen Nationalhymne nicht. Es geht vielmehr darum sich selbst zu beweisen, dass der deutsche Patriotismus wieder weitestgehend Konsens ist.
Anders ist auch die aktuelle Medienhetze gegen die Grüne Jugend wegen des angeblichen Benässens einer Deutschlandfahne nicht zu verstehen.

Um den Leser_innen nun auch die Freude an der Nation zu nehmen und das Klischee der ?linken Besserwisser? zu erfüllen, sei kurz erwähnt: Die Nation ist ein Konstrukt, von Menschen gemacht, also nicht natürlich. Na also, hat doch nur ganz kurz weh getan oder? Aber von vorne:
Die Nation ist nur eine konstruierte Gemeinschaft, da der Großteil ihrer Mitglieder sich nie gesehen hat und sich auch nie sehen wird, noch werden sie jemals miteinander reden. Dennoch werden diese Unbekannten mit zur eigenen Gruppe gezählt, wohingegen andere ? der Rest der Welt - ausgeschlossen werden. Die Grenzen dieser Nationen sind prinzipiell willkürlich festgelegt und aus einer langen Geschichte von Kriegen entstanden und nicht in welcher Art und Weise auch immer zusammengewachsene ?Schicksalsgemeinschaften? - schließlich ist ein großer Zufall, in welche Nation mensch gerade hinein geboren wird.

Diese Idee des Nationalstaates ist also per se schon ausgrenzend gegenüber allen, die nicht zur eingebildeten Gemeinschaft gehören. In Deutschland wurde diese Ausgrenzung durch einen völkischen Rassismus auf die Spitze getrieben, der einen Nationalstaat errichtete, dem nur Menschen einer anhand von willkürlichen Merkmalen konstruierten ?Rasse? angehören sollten. Dieser Nationalstaat ? das nationalsozialistische ?3. Reich? - stellte die bisher stärkste Ausformung von Ausgrenzung dar. Doch auch die Ausgrenzung heutiger Nationalstaaten bekommen Migrant_innen zu spüren, die aus verschiedenen Gründen ihr Heimatland verlassen haben und nun einen neuen Platz für ein besseres Leben suchen. Es werden in Deutschland ca. 98 Prozent aller Asylanträge abgelehnt.

Auf der anderen Seite wirkt die Idee der Nation auch nach innen. Hier kann ihre Wirkung als Kitt bezeichnet werden, der die Widersprüche der Gesellschaft zusammenhält. Mit der Nation als gemeinsamem Projekt lassen sich die Opfer, die der Einzelne für das große Ganze aufbringen soll und muss einfach besser verkraften. Was der Einzelne schließlich davon hat, ist z. B. sich Exportweltmeister_in nennen zu dürfen - im Endeffekt also nichts, außer vielleicht kaputte Zähne, da für die Nation auf die Dritten verzichtet wurde (Stichwort: Kürzungen beim Zahnersatz). Da schmeckt die Bratwurst beim puplic viewing doch auf einmal doppelt so gut. Es handelt sich beim Partypatriotismus also immer noch um das alte Gammelfleisch, dem ein anderes Etikett aufgedruckt wird, um es besser verkaufen zu können.
Die Nation steht also weiterhin für die willkürliche Ausgrenzung der Anderen, bei der gleichzeitigen Verschlechterung der eigenen Lebensbedingungen.

Na, wenn das nicht Schwarz-Rot-Geil ist?!?

by admin at June 07, 2008 08:55 AM

Der ganz normale Deutsche

lichtenhagenDieses Bild ist 1992 in Rostock-Lichtenhagen entstanden. Vielen der Leser_innen wird bei dem Namen vielleicht noch ein kalter Schauer den Rücken runterlaufen. Sie werden sich noch an die rassistischen Übergriffe, von denen Rostock-Lichtenhagen einer der grausamen Höhepunkte war, erinnern. Doch für alle, die noch zu jung waren um die Ereignisse aktiv mitzubekommen und für den Rest noch einmal zur Auffrischung der Erinnerungen ein paar Sätze zu den Ereignissen vom 22. bis zum 26. August 1992.
Mehrere hundert Rechte greifen eine Flüchtlingsunterkunft und ein von vietnamesischen Vertragsarbeiter_innen bewohntes Haus im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen an. Doch sie stehen dort nicht allein. Einige tausend “normale” Deutsche, versammeln sich ebenfalls auf der Wiese vor den Häusern und arbeiten an der Pogromstimmung kräftig mit. Die Polizei reagiert völlig falsch, nimmt Antifaschist_innen fest, die spontan eine Demo gegen den Pogrom organisieren und Bewohner_innen schützen wollen. Zeitweise ist die Polizei den Neonazis sogar zahlenmäßig unterlegen und zieht sich ganz aus dem Geschehen zurück. Die Situation eskaliert schließlich gänzlich, das Haus wird in Brand gesetzt und einige der Nazis stürmen es in der klaren Absicht Menschen zu töten - wie allein durch damals gerufene Parolen wie ?Wir kriegen Euch alle, jetzt werdet Ihr geröstet? deutlich wird. Die rund 100 Eingeschlossenen, darunter ein Kamerateam des ZDF, überleben nur durch Glück: sie können gerade noch rechtzeitig über das Dach in das Nachbargebäude flüchten.

Einzigartig und doch nicht allein
Wie bereits erwähnt, war Rostock-Lichtenhagen sicherlich ein Höhepunkt der rassistischen Übergriffe, aber ist auch nur in einer Reihe von Vorfällen zu betrachten, wie Hoyerswerda, Mölln, Solingen und viele weitere. Nicht wenige Menschen kamen bei den Brandanschlägen und Hetzjagden Anfang der 90er Jahre ums Leben.
Eingebettet waren die mörderischen Taten in eine aufgeheizte Debatte ums Asylrecht, die 1993 dazu führte, dass das Grundgesetz geändert und die so genannte Drittstaatenregelung und das Konzept der sicheren Herkunftsländer eingeführt wurde. Flüchtlinge, die über ein sogenanntes “sicheres Dritt-Land” in die BRD einreisen, müssen dort Asyl beantragen, andere Länder werden als “verfolgungsfrei” definiert. Damit wurde das Recht auf Asyl, also eine der zentralen Lehren aus dem deutschen Faschismus, faktisch abgeschafft. Mit einer weiteren Entrechtung von Migrant_innen auf rassistische Brandanschläge zu reagieren, ist ein Abwälzen der Schuld auf die Opfer und somit eine Bestärkung der Täter_innen. Damit wurde die neonazistische Ideologie bestätigt, die Naziszene gestärkt und der in Teilen der Bevölkerung vorhandene Rassismus unterstützt.
Augenscheinlich scheint in Deutschland auch niemand jemals aus der Geschichte zu lernen, wie sich auch vor einem Jahr in Mügeln zeigte. Auf einem Dorffest jagte und verprügelte ein Mob von 50 Personen unter Nazi-Parolen acht Menschen indischer Herkunft, die sich in eine Pizzeria flüchten und verschanzen konnten. Erst 70 Polizist_innen konnten dem Treiben der Angreifenden ein Ende bereiten und damit wahrscheinlich Tote verhindern. Niemand der anwesenden Schaulustigen griff in das Geschehen ein.
?Wir hatten Todesangst? beschreibt der Geschäftsführer der Pizzeria die Ereignisse, während der Bürgermeister von Mügeln meint, Rechtsextremismus ?klipp und klar? ausschließen zu können - und Parolen wie ?Ausländer raus? und ?Hier regiert der nationale Widerstand? könnten ?jedem mal über die Lippen kommen?. In einem Interview mit einer extrem rechten Wochenzeitung kurz nach migrantenfeindliche Hetzjagd von Mügeln bekannte das Stadtoberhaupt, ?stolz auf Deutschland? zu sein. Und die Wanderausstellung ?Opfer rechter Gewalt? zählt inzwischen 136 Menschen, die in Deutschland allein zwischen 1990 und 2005 ermordet wurden ? sei es durch Neonazis, sei es durch rassistisch denkende Menschen aus der ?Normal?bevölkerung.

Alles ?schwarz-rot-geil??
Mit der Wiedervereinigung geschahen verschiedene Dinge gleichzeitig. Zum einen konnte wieder von “Deutschland” geredet werden. Deutschland war wieder wer im politischen Weltgeschehen, endlich war die “Zeit des Leidens” aufgrund der Trennung des vermeintlich zusammengehörenden Volkes vorbei und es konnte wieder unbeschwert unter der deutschen Flagge gefeiert werden.
Zum anderen waren die Menschen in Ostdeutschland quasi über Nacht mit dem Kapitalismus konfrontiert, der in Westdeutschland schon seit 40 Jahren praktiziert wurde. Unheimlich schnell brach ein großer Teil der Industrie zusammen und mit ihr die bekannten sozialen Absicherungssysteme.
Negative gesellschaftliche Veränderungen, die in ihrer Komplexität oft nicht verstanden werden, führen häufig dazu, dass Schuldige als Ventil gesucht werden um die große Frustration abzubauen. Anfang der 90er Jahre, als klar war, es wird nichts aus den versprochenen blühenden Landschaften und Freizeitparks, waren die Schuldigen eben Migrant_innen, die teilweise von den Nazis für vogelfrei erklärt wurden.
Auch in Westdeutschland findet seit Jahren ein immer stärkerer Abbau sozialer Sicherungssysteme und sozialer Grundrechte statt ? HartzIV, Ein-Euro-Jobs und Co. lassen grüssen und sind doch nur die Spitze eines riesigen Eisbergs. Als billigen Ersatz für zunehmende soziale Ängste und Unzufriedenheiten in der Bevölkerung bieten Politik und Medien nationalistische Parolen, rassistische Vorurteile und Hetze gegen so genannte ?Sozialschmarotzer?. Denn wer begeistert sein ?schwarz-rot-geiles? Fähnchen schwenkt, erträgt die alltäglichen und täglich wachsenden Zumutungen in der Arbeitsagentur, im Job und die zunehmende soziale Spaltung der Gesellschaft in ?reich?, ?bedroht? und ?unnütz? besser. Vorhandene berechtigte Ängste, aus der Gesellschaft zunehmend ausgegrenzt zu werden, werden im Rausch des nationalen ?Wir?-Gefühls aufgefangen und gegen die gerichtet, die bereits weitgehend ausgegrenzt sind.
Natürlich: Eine schlechte ökonomische Situation führt nicht zwangsweise zu Pogromen - nicht alle Menschen, denen es schlecht geht, zünden Asylbewerbe_innenheime an oder machen Jagd auf Migrant_innen. Dafür benötigt es auch eine rassistische und nationalistische geistige Grundhaltung. Und es benötigt ein gesellschaftliches Klima, dass solche Grundhaltungen salonfähig macht.
“Kinder statt Inder” formulierte vor einigen Jahren der jetzige CDU-Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. “Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.” meinte vor 2 Jahren der damalige SPD-Bundesarbeitsminister und Vizekanzler. Das ?Familienväter und Frauen arbeitslos werden, weil Fremdarbeiter zu niedrigen Löhnen ihnen die Arbeitsplätze wegnehmen.” klagte der aktuelle Fraktionschef und Parteivorsitzende der “Linken” im Bundestag. ?Du bist Deutschland? eskortiert es aus der Medienlandschaft.
Wer ständig Öl ins Feuer gießt, sollte sich nicht wundern, wenn es irgendwann brennt.

Aus der Geschichte lernen wäre schön

Eine Pogromstimmung wie in Rostock-Lichtenhagen oder seinen vielen Vorläufern wie Nachfolgern wird wieder vorkommen, wenn es legitim ist “Stolz auf Deutschland” zu sein. Denn Nationen sind künstlich hergestellte Gebilde, sie sind nichts natürliches. Um sie herzustellen benötigt es ein “Wir”. Dieses “Wir” kann aber nur in Abgrenzung zu “dem Anderen” bestehen. Das heißt die “deutsche Nation” existiert nur, weil festgelegt wird, wer deutsch ist und wer nicht. Die Grenzen dafür sind willkürlich festlegbar. Es wird aber immer zur Folge haben, dass “die Anderen” als befremdlich, sogar als Fremde wahrgenommen werden, die in den vermeintlichen “Volkskörper”, den es eigentlich gar nicht gibt, ?einzudringen? versuchen um ihn ?kaputt zu machen?. Der Weg von der künstlich hergestellten einheitlichen Nation bis hin zu Pogromen ist also nicht weit. Ob die Opfer Migrant_innen, Jüdinnen und Juden, Menschen mit Behinderung oder andere gesellschaftliche Gruppen sind, ist situationsabhängig und prinzipiell austauschbar.
Es wird weiterhin Brandanschläge, Hetzjagden und Morde geben, wenn wir nicht endlich aus der sich wiederholenden Geschichte lernen und etwas verändern. Es wird sie wieder geben, wenn wir keine menschenfreundlichen Lösungen für soziale Fragen finden. Es wird sie wieder geben, wenn wir nicht aktiv gegen Patriotismus und Nationalismus - auch in seinen Anfängen wie während der EM- vorgehen. Es wird sie wieder geben, wenn wir nichts gegen Rassismus tun. Sowohl gegen den alltäglichen in der Bevölkerung, als auch gegen den staatlichen, der z. B. durch seine Abschiebepolitik und durch die unmenschliche Unterbringung von Menschen in Lagern den alltäglichen Rassismus rechtfertigt. Denn wenn Europa sich abschottet und hunderte von Menschen jährlich im Mittelmeer verrecken lässt, weil sie den falschen Pass haben und nicht ins aktuelle ökonomische Kalkül passen, ist es eine Farce, wenn es sich über Hetzjagden wie in Mügeln wundert. Der mörderische Rassismus ist der gleiche, nur seine Ausführung ist eine andere.

Deswegen müssen wir kämpfen für ein menschenwürdiges Leben für alle!
Für eine Welt ohne Nationalstaaten und ohne Grenzen!
Und für Fußballspiele ohne nationalem Taumel!

by admin at June 07, 2008 08:42 AM

June 05, 2008

Antifa Infoportal Köln

Gemeint sind wir alle: Soli-Party am 7. 6. 2008 in Neuss!

Am Samstag, dem 7. Juni 2008, heißt es ab 19.30 Uhr im Neusser Haus der Jugend, Hamtorwall 18, ?Beat for Justice?. Der Abend bietet jede Menge Live-Musik, verschiedene DJ´s und preiswerte Getränke.

alle weiteren Infos gibts bei der Antifa Neuss

by Administrator at June 05, 2008 05:30 PM

June 04, 2008

Emanzipatorische Aktion Münster

Zur EM 2008

Wir haben uns vorgenommen, die EM 2008 ein kritisch zu begleiten und werden deshalb in Kürze hier Texte zu den Themen: Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, Deutschtümmelei und die immer wieder kehrende Gewalt gegen Migrant_innen im Fußball und der restlichen Gesellschaft veröffentlichen.
bis dahin, bleibt sportlich

by admin at June 04, 2008 08:05 PM

Antifa Infoportal Köln

Albert, Arisch, Antifa




www.antifa-kok.de

by Administrator at June 04, 2008 10:31 AM

Antifa Mönchengladbach

Soliparty gegen Repression

Gemeint sind wir alle: Soli-Party am 7. 6. 2008 in Neuss! Am 2. Juni 2008! Am Samstag, dem 7. Juni 2008, heißt es ab 19.30 Uhr im Neusser Haus der Jugend, Hamtorwall 18, ?Beat for Justice?. Der Abend bietet jede Menge Live-Musik, verschiedene DJ´s und preiswerte Getränke. More Information @ http://ann.blogsport.de/

by Administrator at June 04, 2008 09:44 AM

June 03, 2008

Antifa Infoportal Köln

Die ?Kölner Klagemauer? - Antisemitismus im Schatten des Doms

Wir dokumentieren im folgenden einen Text der Gruppe MAD Köln…

Mitten auf der Domplatte in Köln wird täglich gegen Israel gehetzt und Verständnis für den palästinensischen Terror gezeigt. Widerstand gibt es bisher kaum dagegen, die sogenannte “Kölner Klagemauer” gilt vielmehr als Touristenattraktion.

Seit gut 20 Jahren gibt es die “Kölner Klagemauer” bereits und sie ist längst zu einem Stück Normalität geworden. Dabei waren die Themen der Stellwände einmal andere, erst seit der Neuauflage der Klagemauer im Juni 2004 beleuchtet der Initiator Walter Herrmann auf seine ganz eigene Art den Nahostkonflikt und bietet reichlich Raum für antisemitische Tendenzen und Hetzparolen gegen Israel.

weiterlesen….


>>> Text als PDF downloaden

by Administrator at June 03, 2008 10:11 PM

June 02, 2008

Antifaschistische Aktion Neuss

Gemeint sind wir alle: Soli-Party am 7. 6. 2008 in Neuss!

Am Samstag, dem 7. Juni 2008, heißt es ab 19.30 Uhr im Neusser Haus der Jugend, Hamtorwall 18, ?Beat for Justice?. Der Abend bietet jede Menge Live-Musik, verschiedene DJ´s und preiswerte Getränke.

June 02, 2008 04:54 PM

June 01, 2008

Antifa Infoportal Köln

defend köpi! [update]

In der Nacht von Samstag auf Sonntag kam es zu schweren Bullenangriffen auf das alternative Wohn- und Kulturzentrum Köpi in Berlin. Mehrere Hundertschaft, sowie Wasserwerfer und Räumfahrzeuge waren im Einsatz. Die aktuellsten Infos zur Lage vor Ort findet ihr auf www.ticker.so36.net

### Am Abend des 1.Juni fand in Köln eine spontane Solidemo für die Köpi und andere bedrohte Projekte statt. Etwa 60-70 TeilnehmerInnen zogen lautstark etwa 1 Stunde ohne jeglichen Bullenstreß durch die Kölner Innenstadt. ### Indymedia…

by Administrator at June 01, 2008 12:19 AM

May 27, 2008

Antifa Infoportal Köln

15 Jahre nach dem Solinger Brandanschlag

Der rassistische Brandanschlag von Solingen geschah vor 15 Jahren. Saime Genç wäre heute 19 Jahre, Hülya Genç 24 Jahre, Gülüstan Öztürk 27 Jahre, Hatice Genç 33 Jahre und Gürsün Ince 42 Jahre alt. Wie die fünf Mädchen und Frauen heute leben würden weiß niemand, dass sie aber in diesem Land, in dieser Stadt ohne Angst leben würden ist zu bezweifeln. Wie groß die Angst von MigrantInnen vor Anschlägen nach wie vor ist, erfahren wir wieder angesichts der jüngsten Brände in von MigrantInnen bewohnten Wohnhäusern. Dass diese Angst nicht unbegründet ist, zeigt die Tatsache, dass 136 Todesopfer rechtsextremistischer Gewalt seit 1990 in Deutschland verzeichnet werden, weitere Anschläge geschehen und ?ausländerfreie Zonen? geduldet werden!

Der Solinger Brandanschlag von 1993 war nach den Morden von Hoyerswerda, Rostock, Mölln, Lübeck und Hünxe der entsetzliche Höhepunkt einer Welle von rassistischen Pogromen gegen Menschen ausländischer Herkunft in unserem Land. Nach der Wiedervereinigung 1990 wurde durch eine massive mediale und politische Hetze gegen Asylbewerber das Klima des Zusammenlebens vergiftet. Die von der CDU eingeleitete ?Asylkampagne? endete wenige Tage vor dem Solinger Brandanschlag am 26. Mai 1993 mit der faktischen Abschaffung des Asylrechtes durch eine Änderung des Grundgesetzes.

Gedenkkundgebung zum 15. Jahrestag
des Brandanschlags in Solingen
am Do., 29.5.2008, 19.00 Uhr
in Solingen-Mitte, Untere Wernerstraße / Ecke Schweizer Straße.

Demonstration 15 Jahre danach:
Rassismus und Neofaschismus bekämpfen!
am Sa., 31.5.2008, 12.00 Uhr
Treffpunkt in Solingen-Mitte, Mühlenplatz