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June 25, 2008
Antifa Lauenburg Süd
26.06.: Die NPD gebührend empfangen
Donnerstag, 26.06.2008, 15.00 Uhr Ratzeburg, Lauenburgische Gelehrtenschule
Kundgebung anlässlich der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Kreistags
Am 26. Juni versammelt sich der neu gewählte Kreistag zu seiner konstituierenden Sitzung. Auch die NPD wird in Person ihres Abgeordneten Kay Oelke daran teilnehmen. Uns ist es daher wichtig, ein klares Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen. Es wurde eine Kundgebung angemeldet, um Kay Oelke und seine Anhänger gebührend zu empfangen und zum Ausdruck zu bringen, was die deutliche Mehrheit der WählerInnen denkt: Die NPD hat im Kreistag nichts zu suchen. Wir laden alle Mitmenschen herzlichst ein, den Einzug der neofaschistischen NPD in den Kreistag mit Protest zu begleiten.
May 15, 2008
Antifa Lauenburg Süd
Neue Broschüre über die bei Rechten beliebte Modemarke ?Thor Steinar? erschienen

?Begrenzte Ressourcen und Informationslücken bei Materialien und Presseartikeln vergangener lokaler Projekten bezüglich ?Thor Steinar? ließen uns aufmerksam werden.?, so Pascal Todt für die Gruppe ?Investigate Thor Steinar?. ?Eine ausführliche Auseinandersetzung mit dieser Modemarke schien uns notwendig. Das Ergebnis ist eine detaillierte Broschüre, welche ein umfassender und belastbarer Informationshintergrund sein soll und auch Anreiz, Basis und Angebot für lokale und überregionale Kampagnen bilden kann.?
Die Marke bewegt sich mit vieldeutigen Symbolen, Bildern und Inhalten in einer rechtlichen und moralischen Grauzone. Dies ermöglicht es ihr, ein breites Spektrum an Träger_innen anzusprechen. Die besondere Auswahl der Motive, Farben, Schriftzüge und Inhalte eröffnet Deutungsmöglichkeiten bezüglich nordisch-völkischer Mythologie, Kolonialismus und Nationalsozialistischer Ideologie. Pascal Todt: ?Der Eindruck, diese Motive seien wahllos in künstlerischer Freiheit entstanden, ist bei einer genaueren Betrachtung nicht mehr nachvollziehbar. Eröffnet der erste Blick auf die Kollektion noch ein harmloses Bild, erschließt sich bei genauerer Betrachtung bereits der bedenkliche Bedeutungsinhalt der Motive.?
Auf diese Weise wird der ungehinderte Transport von zweifelhaften Inhalten nach außen - meist durch rechtsgesinnte Träger_innen - möglich. Dieser neuartige Weg bietet den Träger_innen die Gelegenheit, ihre Ideologie öffentlich zur Schau zu stellen, ohne hierbei jedoch in den Fokus gesellschaftlicher Ächtung zu geraten.
?Wir wollen eine verständliche Auseinandersetzung mit dieser Thematik bieten. Diese beinhaltet die Analyse der Herkunft des Namens und des Logos, sowie die Betrachtung der Kleidungsstile.? Die einzelnen Motive werden in ihre Deutungsmöglichkeiten aufgeschlüsselt, eine Auseinandersetzung mit der Vielzahl an eindeutig-mehrdeutigen Symbolen und Bezügen erfolgt ebenso wie eine chronologische Auflistung der Ereignisse im Zusammenhang mit ?Thor Steinar?.
Die Auseinandersetzungen um den Laden ?Tönsberg? in Berlin und die mittlerweile durch das Landgericht Magdeburg verhängten Räumung des Laden ?Narvik? im Magdeburger Hundertwasserhaus, zeigen, dass die Modemarke ?Thor Steinar? in der Öffentlichkeit nicht als eine unbedenkliche Modemarke wahrgenommen wird. Pascal Todt: ?Unsere bundesweit erscheinende Broschüre soll genau an diesem Diskussionsprozess ansetzen und eine Unterstützung in der Auseinandersetzung um die Marke ?Thor Steinar? sein.?
Investigate Thor Steinar
investigate-ts@emdash.org
investigatethorsteinar.blogsport.de
Download der Broschüre im PDF-Format.
May 13, 2008
Antifa Lauenburg Süd
Wir bauen um
Wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, sind wir momentan dabei, unsere Seiten neu zu gestalten. Habt für etwaige Fehler beim Anzeigen der Seiten bitte etwas Verständnis.
May 12, 2008
Antifa Lauenburg Süd
Nachlese - Nazi-Aufmarsch am 1. Mai

An dem Nazi-Aufmarsch anlässlich des 01. Mai in Hamburg-Barmbek haben auch Neonazis aus dem Umfeld der so genannten “Nationalen Offensive Lauenburg” teilgenommen. Hierbei handelt es sich um einen Zusammenschluss rechtsextremer Jugendlicher aus dem nördl. Herzogtum Lauenburg, die in jüngster Vergangenheit vor allem durch Aufkleber- und Flugblatt-Aktionen sowie mit einem Internetportal in Erscheinung getreten sind. Im vergangenen Jahr versuchten Neonazis aus dem Umfeld der “Nationalen Offensive” mehrfach, linke bzw. alternativ aussehende Jugendliche auf der Straße oder per Telefon einzuschüchtern. Nach einem versuchten Einbruch in die Internationale Begegnungsstätte in Mölln Anfang Juni 2007 befanden sich Aufkleber der damals noch unter dem Namen “Anti-Antifa Mölln” agierenden Gruppe an den Fensterscheiben. “Führender Kopf” der “Nationalen Offensive” ist der erst 18-jährige Jung-Nazi Sven Witte (Breitenfelde). Neben Witte (2.v.r.) haben mind. 3 weitere Personen aus dem Umfeld seiner Gruppierung an dem Aufmarsch in Hamburg teilgenommen, darunter seine Freundin und Dennis Fiedler (2.v.l.) aus Ratzeburg.
May 09, 2008
Antifa Lauenburg Süd
Das Pali-Tuch - Geschichte und Bedeutung

Du trägst ein so genanntes Pali-Tuch, die Gründe dafür kennen wir nicht. Aber hast du dich eigentlich schon mal gefragt, warum neben dir auch Nazis, Bin Laden und andere Unsympath_innen mit diesem Tuch herumlaufen?
Es handelt sich beim Pali-Tuch nämlich nicht um ein stinknormales Modeaccessoire, sondern um ein politisches Statement mit langer Geschichte. Die Kaffiyah, wie das Pali-Tuch eigentlich heißt, war ursprünglich eine von vielen traditionellen Kopfbedeckungen in den ländlichen Gebieten des Nahen Ostens. Als Abwehr gegen die als westlichen Einfluss verstandene Moderne und zur Stärkung der nationalen Identität setzte der damalige Großmufti von Jerusalem, Amin el Husseini, in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts durch, dass die Kaffiyah von allen Männern im britischen Mandatsgebiet Palästina getragen werden musste, gleichzeitig wurde den Frauen der Schleier auferlegt.
Doch der Großmufti sorgte nicht nur dafür, dass Nichtträger der Kaffiyah getötet wurden, er rief auch zu Pogromen an Jüdinnen und Juden auf und war ein fanatischer Anhänger des Nationalsozialismus und Organisator von muslimischen SS-Brigaden in Bosnien. Wie du siehst, ist die Geschichte deines Halstuches nicht gerade unbelastet. Warum ist es dann gerade in linken/alternativen Kreisen so beliebt?
Der langjährige Anführer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) Jassir Arafat machte die Kaffiyah zu seinem Markenzeichen und somit zum Symbol der nationalen Befreiung. Für die PLO meinte diese Befreiung bis 1993 die Zerstörung Israels und damit die massenhafte Ermordung seiner jüdischen Bewohner_innen. Die deutsche Linke zeigte ab 1967 Solidarität mit der Befreiung Palästinas und rief zum Kampf gegen den ?zionistischen Agressor? ? Israel ? auf. Dass sich Linke mit der Vernichtung ausgerechnet des Staates und seiner Bevölkerung solidarisieren, der als Reaktion auf die Vernichtung der europäischen Juden und Jüdinnen gegründet wurde, um ihnen fortan Schutz zu garantieren, zeugt von ihrer geschichtsrelativierenden Haltung und einem Fortbestehen von Antisemitismus. Das Pali-Tuch steht aber nicht nur für antisemitische Einstellungen, sondern auch allgemein für die Unterstützung nationaler Befreiungsbewegungen. Spätestens seit den 1990er Jahren stehen diese grundsätzlich nicht mehr für potentiell emanzipatorische Bewegungen, sondern für völkisches Denken und Nationalismus. Diese Einstellungen bieten Anknüpfungspunkte für den Ethnopluralismus eines Teils der heutigen Nazis, die eben nicht mehr die Vernichtung oder Versklavung aller als ?nicht-arisch? deklarierten Menschen fordern, sondern ?jedem Volk seinen Raum? zubilligen wollen und von einem rassistisch determinierten ?Nationalcharakter? ausgehen. Auch Islamisten schmücken sich gern mit dem Pali-Tuch, um den Kampf der muslimischen Welt gegen die ?Juden und Kreuzfahrer?, also die gesamte westliche Welt, allen voran den Staat Israel, auszudrücken.
Das Pali-Tuch steht also für Nationalismus, Frauenunterdrückung, Antisemitismus, Islamismus und Rassismus.
Sicher gibt es auch noch genügend andere Dinge, die deinen Hals bei kühleren Temperaturen wärmen, sonst läufst du Gefahr, dich in eine Reihe mit Nazis, der Al-Qaida und sonstigen reaktionären Bewegungen zu stellen.
Pali-Tücher zu Topflappen!
Dieser Text erschien als Erstes auf schoenistdasnicht.blogsport.de und wurde von dort übernommen.
24.05.: Antifaschistische Bündnis-Demonstration in Kiel
Samstag, 24.0.2008, 11.30 Uhr, Kiel, Bahnhofsplatz
Das ist unsere Stadt! - Keine Stimme den Nazis!
Zu der Kommunalwahl in Schleswig-Holstein tritt die faschistische NPD in 4 Kreisen an, in Kiel mit einer Kreisliste, sowie mit DirektkandidatInnen in allen 27 Wahlkreisen, darunter bekannte Gewalttäter. Mit der Teilnahme an der Wahl unternimmt die NPD einen erneuten Versuch sich als Teil eines akzeptierten politischen Spektrums zu etablieren. Mit dumpfen Parolen will die NPD die tatsächliche Unzufriedenheit der Bevölkerung in Wahlstimmen umsetzen und ihre menschenverachtende Ideologie gesellschaftsfähig machen. 1933 haben die Nationalsozialisten nicht die Lösung sozialer und gesellschaftlicher Probleme gebracht - Diktatur, die Zerschlagung von Parteien und Gewerkschaften, Zwangsarbeit, Krieg und Völkermord waren Ziel und Folge ihrer Politik.
Auch heute schrecken Nazis vor Brandanschlägen auf Synagogen und Asylbewerberunterkünfte, vor Terror und brutaler Gewalt nicht zurück. Es gibt ungezählte Verletzte und Verfolgte, seit 1990 wurden über 130 Menschen in der Bundesrepublik aus faschistischen und rassistischen Motiven ermordet.
Auch in Kiel häufen sich in letzter Zeit wiederholt gewalttätige Übergriffe durch Faschisten. Ende April gab es eine Woche jeden Tag einen neuen Anschlag, z.B. auf Kindereinrichtungen, Wohnungen und einen Buchladen. Dem müssen wir Einhalt gebieten.
Gleichzeitig versucht die NPD mit populistischen Aussagen z.B. gegen den Sozialabbau Anschluss an die bestehenden Proteste in der Bevölkerung zu bekommen. Sie knüpft dabei an chauvinistisches Gedankengut und rassistische Argumentationen, die teilweise quer durch Parteien und Medien in der Gesellschaft verankert sind, an. Dazu werden scheinbar einfache Lösungen angeboten. Die Geschichte mahnt uns, den Nazis heute rechtzeitig und konsequent entgegenzutreten.
Wir treten ein für eine sozial gerechte und offene Gesellschaft. Und wir fühlen uns verbunden mit den Menschen, die in vielen Teilen dieser Welt um ihre Rechte kämpfen. Deshalb sagen wir: Im Kieler Rathaus ist kein Platz für die NPD! Auf unseren Straßen ist kein Platz für Faschisten! Solidarisches Verhalten und Zivilcourage bis hin zum zivilen Ungehorsam tun not.
Viele positive Beispiele, wie auch unser Kieler Widerstand gegen einen NPD-Aufmarsch am 29.1.2005 mit zehntausend TeilnehmerInnen, zeigen, dass es möglich ist sich gegen die Auftritte von Nazis im öffentlichen Raum zu wehren. Der Widerstand gegen die Kandidatur und die Stimmabgabe für die NPD, ist uns ebenso wichtig, wie der Widerstand gegen Kundgebungen, Aufmärsche, gegen den Kauf von Häusern für faschistische Schulungszentren oder die massive Verteilung von faschistischer Propaganda in unseren Städten, vor Schulen und Kinder- und Jugendeinrichtungen.
Wir rufen alle antifaschistischen und demokratischen Verbände, Organisationen, MigrantInnenorganisationen, Gewerkschaften, Institutionen, Parteien und Einzelpersonen auf, sich an unserem Protest gegen die Kandidatur der NPD und ihre Aktivitäten zu beteiligen. Wir fordern alle PolitikerInnen, besonders die Kandidatinnen und Kandidaten zur Kommunalwahl 2008, auf, sich unmissverständlich gegen jegliche Auftritte der NPD und anderer faschistischer Kräfte auszusprechen und nach ihren Möglichkeiten zu Gegenöffentlichkeit und Gegenwehr beizutragen. Es muss Schluss gemacht werden mit der schleichenden Gewöhnung an Naziaktivitäten und dem Auftreten der Nazis in Parlamenten. Ein Beitrag ist es, den Einzug der faschistischen NPD ins Kieler Rathaus zu verhindern!
Setzen wir gemeinsam ein deutliches Zeichen gegen Faschismus!
Keine Stimme den Nazis!!
Sorgen wir gemeinsam dafür, dass unsere Stadt ein schlechtes Pflaster für Faschisten bleibt!
Runder Tisch gegen Rassissmus und Faschismus Kiel
May 03, 2008
Antifa Lauenburg Süd
Keine Stimme den Nazis! - Einzug der NPD in den Kreistag verhindern!
Am 11. April hat der Kreiswahlausschuss alle Wahlvorschläge für die Kreistagswahl am 25. Mai 2008 zugelassen. Neben den demokratischen Parteien DIE LINKE, Bündnis 90/Die Grünen, SPD, FDP und CDU stellt sich auch die neofaschistische NPD zur Wahl. Die NPD bewirbt sich mit einer 9 KandidatInnen umfassenden Liste sowie in allen 27 Wahlkreisen. Nachdem das Bundesverfassungsgericht die 5%-Klausel für nichtig erklärt hat, bedarf es voraussichtlich gerade einmal 2,2 Prozent der gültigen Zweitstimmen, um ein Kreistagsmandat zu erlangen 1).
Wo liegt das Problem?
Beim Betrachten der bunten Werbeflyer der NPD entsteht beim unwissenden Leser der Eindruck, es handele sich um Werbung einer normalen bürgerlich-konservativen Partei 2). Forderungen wie der Erhalt gefährdeter Sportstätten, die besondere Berücksichtigung lokaler Unternehmen bei der Vergabe öffentlicher Aufträge oder die strikte Ablehnung von Privatisierungen kommunaler Betriebe lassen weder auf eine besondere Radikalität noch auf die Verfassungsfeindlichkeit der neofaschistischen Partei schließen. Erst ein Blick ins Parteiprogramm enthüllt das wahre Gesicht der NPD. Dieses ist von einer völkisch-rassistischen Agitation geprägt. So wird unter anderem die ersatzlose Streichung aller Sozialleistungen für MigrantInnen und die Abschaffung des Grundrechts auf Asyl aus dem Grundgesetz gefordert. Die NPD betreibt Geschichtsrevisionismus, indem sie die Alleinschuld Deutschlands am Zweiten Weltkrieg nihiliert und die Anklage von angeblicher ?alliierter Kriegsverbrecher? fordert. Dass das nationalsozialistische Regime für die Ermordung von über 6 Mio. Jüdinnen und Juden sowie für unzählige weitere Verbrechen verantwortlich gewesen ist, findet im Parteiprogramm keine Erwähnung 3). In der vom NPD-Bundesvorstand herausgegebenen Parteizeitung ?Deutsche Stimme? bedienen sich die Autoren zudem gerne antisemitischen und antiamerikanischen Ressentiments 4). In einem dem herausgebenden Verlag angeschlossenen Online-Shop werden u.a. auch Artikel vertrieben, in denen die Wehrmacht oder NS-Größen wie glorifiziert werden.
Alle gegen die Nazis?
Die WählerInnen der NPD entstammen wie ihre Mitglieder allen sozialen Schichten. Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Antizionismus und Antisemitismus sind in allen gesellschaftlichen Kreisen verbreitet. Daher ist es auch müßig, in der Politik von einer demokratischen Mitte und einem extremen rechten bzw. linken Rand zu sprechen und Links mit Rechts gleich zu setzen. Aber gerade Letzteres wurde in der Vergangenheit im Herzogtum Lauenburg des Öfteren gemacht. So sprachen sich die Fraktionen der Möllner Stadtvertretung anlässlich des 15. Jahrestages der Möllner Brandanschläge im November 2007 in einer Erklärung gegen jeden Extremismus aus 5). Weiterhin wurde der ?Antifa Herzogtum Lauenburg? vom Verein Miteinander Leben e.V. mit ähnlicher Argumentation der Nutzungsvertrag für die Internationale Begegnungsstätte Mölln gekündigt. Im Büchener JUZ, ein Treffpunkt nicht-rechter Jugendlicher, dürfen nach mehreren Nazi-Angriffen auf Anordnung der Gemeinde keine Partys mehr gefeiert werden. Einmal abgesehen von dem Engagement der außerparlamentarischen Linken findet im Kreis Herzogtum Lauenburg kaum Bekämpfung von rechten Strukturen statt. Vielmehr wird immer wieder versucht, antifaschistisches Engagement zu behindern. So untersagte Mölln Bürgermeister Wolfgang Engelmann ein antirassistisches Fußballturnier am verangenen Jahrestag der Möllner Brandanschläge. Eine antifaschistische Demonstration, die auf einen gewalttätigen Nazi-Übergriff am 24. Dezember am Ratzeburger Bahnhof aufmerksam machen sollte, durfte Anfang Februar nicht bis in die Ratzeburger Innenstadt laufen, da in diesem Falle angeblich erhebliche verkehrstechnische Behinderungen entstanden wären. Bei Berücksichtigung der Sperrung sämtlicher Durchfahrtsstraßen durch die Polizei während der Demonstration ist diese Entscheidung der Ratzeburger Stadtverwaltung als ein klares Signal gegen aktives Engagement gegen Rechtsaußen zu verstehen 6). Von kommunaler Seite aus wurde die Bekämpfung rechtsextremer Strukturen in den vergangenen Jahren stark vernachlässigt. Es langt nicht, bloße Lippenbekenntnisse gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus etc. z.B. in Form von Unterstützung des ?Folksfests der Internationalen Begegnung? abzugeben 7). Wir fordern deshalb die neu zu wählenden Stadt- und Gemeindevertretungen sowie den Kreistag dazu auf, Rechtsextremismus endlich mit ernsthaften, nachhaltigen Konzepten zu bekämpfen sowie antifaschistische Initiativen & Projekte in ihrer Arbeit zu unterstützen.
Den Einzug der NPD in den Kreistag vehindern
Eine NPD-Fraktion im Kreistag hätte weitreichende Folgen. Fortan hätte die NPD bei allen kommunal-politischen Fragen ein Mitspracherecht. Die NPD-Abgeordneten dürften sich an allen Diskussionen beteiligen, selbst Anträge und Anfragen stellen usw. Ferner würde der Kreistags-Einzug im Lauenburgischen parteiintern als ein positives Signal verstanden werden und könnte zu einer weiteren Intensivierung rechtsextremer Umtriebe im Kreis führen. Und zu guter Letzt würde sich den Neonazis mit dem Kreistag eine öffentlichkeitswirksame Plattform bieten, von der aus sie ihre menschenverachtenden rassistischen und antisemitischen Ideologien in die Mitte der Gesellschaft tragen könnten.
Die NPD nutzt die aus dem Kapitalismus resultierenden politischen und sozialen Folgen für nationalistische Propaganda. ?Deutsche Volksgemeinschaft?, rassistische Ausgrenzungen und antisemitische Weltverschwörungstheorien sind keine Lösungen, sondern Teil des Problems. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass die NPD im Lauenburgischen kein Fuß fassen kann.
Wie kann der Kreistags-Einzug der NPD verhindert werden?
Als Antwort auf diese Frage können wir euch allein deshalb schon kein Patentrezept liefern, weil wir nicht wissen, wie die NPD ihren Wahlkampf führen wird. Wir rechnen mit einem offensiv geführtem Wahlkampf. Flugblatt-Aktionen, Wahlplakate und Info-Tische gehören mittlerweile zum ?Standart-Repertoire? der Neonazis.
- Sprecht mit euren FreundInnen, Bekannten, Verwandten usw. über die Gefahren, die von der NPD ausgehen und warum man sie nicht wählen sollte.
- Zeigt den NPD-BewerberInnen, was ihr von ihren und ihrer menschenverachtenden Weltanschauung haltet. Sie freuen sich sicher über Kunstwerke in ihrer Nachbarschaft (denkt daran, dass das nicht überall erlaubt ist), spontane Kundgebungen oder musikalische Events direkt vor ihrer Haustür ? Seid einfach kreativ…
- Ihr kennt den Arbeitgeber eines NPD’lers? Ihr wisst, wo einer der Kandidaten Fußball spielt? Sprecht seinen Chef/seine Kollegen/Mitspieler usw. auf sein politisches Engagement an und fragt, was sie davon halten, einen Nazi in ihrem Betrieb/Verein etc. zu haben.
- Geht am 25. Mai zur Wahl. Jede gültige Stimme für eine der demokratischen Parteien schwächt das Resultat der NPD.
- Verbreitet diesen Aufruf in eurem Freundeskreis, in eurer Schule, im Internet, beim Chatten etc. weiter. Je mehr Leute wir erreichen, desto erfolgreicher werden wir sein!
Antifa Lauenburg Süd
Quellen:
1.) vgl. http://www.kn-online.de/artikel/2343110/Die_Rechten_wollen_in_den_Kreistag.htm
2.) vgl. hxxp://www.wahl-sh.de/pdf/Flugblatt_SH_Lauenburg.pdf
3.) vgl. hxxp://kommunalwahl.npdlauenburg.de/joomla/index.php?option=com_content&task=view&id=60&Itemid=47
4.) vgl. http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/service/lexikon/d/deutsche-stimme/
5.) vgl. Möllner Markt, 21.11.2007, S. 2
6.) vgl. http://www.segeberger-zeitung.de/artikel/2298464
7.) Die Stadt Mölln und die Herzogtum Lauenburg Marketing & Service GmbH unterstützen das ?10. Folksfest der Internationalen Begegnung? vom 10.-12. Juli 2008 in Mölln, http://www.folkfest-moelln.de/unterstuetzer.html